Mackie CR4.5 & CR5BT Test: Kleiner Preis, großer Klang
Mackie haben die dritte Generation der CR-Monitorserie veröffentlicht. Neue Funktionen wie eine Tone Control und ein Location-Schalter sollen die Multimedia- und Home-Studio-Lautsprecher vielseitig einsetzbar machen. Ich habe mir die Mackie CR4.5 und CR5BT im Test angehört.
Etwa elf Jahre ist es her, dass Mackie die CR-Lautsprecherserie eingeführt hat. Die Monitore sind für Multimedia-Anwendungen und Home Studios konzipiert, weshalb sie sich auch in einem Budget-freundlichen Preissegment bewegen. Die aktuelle dritte Generation dieser Lautsprecher führt diese Tradition fort, wurde allerdings um eine Tone Control, einen Location-Schalter und zusätzliche Anschlüsse erweitert.
Um herauszufinden, ob die neuen CRs ihrem Ruf treu bleiben, habe ich die CR4.5 und CR5BT im Studio C der msm-studios in München getestet und war positiv überrascht…

Mackie CR4.5 und CR5BT Test: Übersicht
Die beiden mir für den Test zur Verfügung gestellten aktiven Monitorpaare sind bis auf die Größe und der Bluetooth-Funktion identisch – darüber gibt bereits die Produktbezeichnung Aufschluss: Die CR4.5 haben einen 4,5“ Woofer. Die CR5BT sind mit einem 5,25“ Woofer ausgestattet und unterstützen zudem Bluetooth.
Die Gewebetieftöner sind mit Seidenkalotten-Hochtönern gepaart. Traditionell hat die CR-Serie eine passive und eine aktive Box. Letztere besitzt auf der Rückseite ein Anschlussfeld für Klinke (symmetrisch), Cinch und Aux/Stereo In. XLR-Anschlüsse gibt es nicht, was in Anbetracht der Produktausrichtung in Ordnung geht. Die Klemme für ein Standardlautsprecherkabel dient der Signalzufuhr der passiven Box.
Auf der Rückseite gibt es zudem einen Ein-/Ausschalter sowie einen Speaker-Position- und Location-Schalter. Die Speaker Position definiert, welcher der linke und welcher der rechte Lautsprecher ist. Der Location-Schalter bietet zwei Stellungen für Desktop und Bookshelf. Laut Mackie bezeichnen die Positionen den Aufstellungsort beziehungsweise die Distanz zum Hörer. Es handelt sich also nicht um eine Entzerrung, die Reflexionen auf Tischplatten (Desktop) oder dröhnende Bässe in einem Regal (Bookshelf) minimiert, sondern den Höreindruck via EQ für nahe und weite Distanzen optimiert. Im Handbuch wird das mit Near- und Farfield-Abhören gleichgesetzt.
Kurz & knapp
➡ Die Mackie CR4.5 und CR5BT sind aktive Monitore mit Tone- und Location-Regler
➡ Für Sprachbearbeitung, Producing & Content Creation
➡ Fazit: Einsteigerlautsprecher mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis und wahlweise Bluetooth
Die Vorderseite ziert die ikonische grüne Umrandung des Woofers sowie das Mackie Logo, das gleichermaßen als Statusleuchte dient. Rechts unten ist der neue Tone-Drehregler angebracht. Ganz nach links gedreht sind die Lautsprecher auf „Work“ eingestellt und sollen eine neutrale, ungefärbte Klangwiedergabe gewährleisten. Je weiter man nach rechts dreht, desto mehr werden Tiefen und Höhen verstärkt (Smiley-Frequenzkurve). Die Tone Control ist stufenlos verstellbar, sodass auch eine Mischform möglich ist.
Gegenüber des Tone-Reglers sind noch eine 3,5-mm-Kopfhörerbuchse sowie ein Lautstärkeregler untergebracht.

Kabellose Musikwiedergabe
Die mit einem „BT“-gekennzeichneten Modelle, wie der von mir getestete CR5BT, haben ein integriertes Bluetooth-Modul. Dieses wird beim Einschalten der Lautsprecher automatisch aktiviert und nutzt Bluetooth Version 5.0. Sollte ein Zuspielgerät die Boxen nicht automatisch finden, kann mit einem Druck auf das Mackie Logo der Pairing-Modus aktiviert werden. Bei einer bestehenden Verbindung leuchtet das Mackie Logo dann grün statt weiß.
Lieferumfang der Mackie CR4.5 und CR5BT
Auch der Lieferumfang der CR4.5 und CR5BT ist fast identisch. Enthalten sind Schaumstoffpads, ein Stromkabel, ein Lautsprecherkabel zum Verbinden der aktiven und passiven Box sowie ein Cinch-auf-Stereo-Miniklinke-Kabel. Die CR4.5 kommen zusätzlich mit einem Stereo-Aux-Kabel.

Spezifikationen CR4.5
- 4,5 Zoll Gewebetieftöner
- Hochtöner mit Seidenkalotte und Schutzgitter
- Frequenzbereich: 55 Hz – 20.000 Hz
- Maximaler Schalldruck: 101 dB SPL
- Class-AB-Endstufe mit 50 Watt RMS Gesamtleistung
- Eingänge: 2 x Line (6,3 mm, symmetrisch), 2 x Cinch (L/R Stereo), 1 x 3,5 mm Stereo-Miniklinke
- Ausgänge: 1 x Kopfhörer (3,5 mm)
- Abmessungen (H x B x T): 226 x 155 x 211 mm
- Gewicht (pro Paar): 4,5 kg
Spezifikationen CR5BT
- 5,25 Zoll Gewebetieftöner
- Hochtöner mit Seidenkalotte und Schutzgitter
- Frequenzbereich: 50 Hz – 20.000 Hz
- Maximaler Schalldruck: 105 dB SPL
- Class-D-Endstufe mit 100 Watt RMS Gesamtleistung
- Bluetooth 5.0
- Eingänge: 2 x Line (6,3 mm, symmetrisch), 2 x Cinch (L/R Stereo), 1 x 3,5 mm Stereo-Miniklinke
- Ausgänge: 1 x Kopfhörer (3,5 mm)
- Abmessungen (H x B x T): 262 × 175 × 236 mm
- Gewicht (pro Paar): 6,9 kg

Mackie CR4.5 und CR5BT Test: Praxis
Für den Test im Studio C der msm-studios habe ich mir einige Referenztracks geschnappt sowie ein paar DAW-Projekte geöffnet, um die Wiedergabe spezifischer Frequenzbereiche kontrollieren zu können. Schon während der ersten Minuten war ich äußerst positiv überrascht. Was Mackie hier zu dem Preis liefern, ist wirklich der Hammer!
Sowohl die CR4.5 als auch die CR5BT bilden ein sauberes Klangbild mit guter Ortbarkeit und Tiefenstaffelung ab. Während die 5er etwas mehr Druck in den Tiefen erzeugen und daher einen eher runden Sound liefern, kamen mir die 4.5er einen Tick klarer und definierter vor. Beide Modelle liefern ausgeprägte Mitten und Hochmitten, sodass eine gute Sprachverständlichkeit gegeben ist. Für Podcasts, Voiceovers oder andere Anwendungen dieser Art funktionieren die Monitore gut. Und dank der Kopfhörerbuchse lassen sich Passagen auch schnell gegenchecken.
Features
- Location-Schalter
- Tone-Regler
- Bassreflex-Gehäuse
- Wahlweise Modelle mit Bluetooth
- Eingänge für Klinke, Cinch und Aux
- Kopfhörerausgang
Aufgrund der Produktausrichtung kann man natürlich nicht erwarten, dass die CRs eine besonders gute Transientenwiedergabe oder hochaufgelöste Höhen liefern. Das merkt man auch beispielsweise bei den Dubstep-typischen Wobble-Bässen oder Percussions. Aus diesem Grund würde ich sie auch nicht für analytische Anwendungen wie Mixing oder Mastering nutzen. Fürs Producing und Editing erfüllen sie aber ihren Zweck und machen auch als „normale“ Musikboxen Spaß. Gerade für letzteres ist die Bluetooth-Kompatibilität super. Im Test hat die Verbindung auf Anhieb geklappt. Aufgelöst wird Codec-seitig in CD-Qualität (44,1 kHz/16 Bit), was für dieses Preissegment ebenfalls in Ordnung ist. Übrigens gibt es keine Vorrang-/Inputschaltung. Wird also Audio gleichzeitig via Kabel und Bluetooth eingespeist, ertönen auch beide Signalquellen gleichzeitig.
Klangliche Anpassungsmöglichkeiten
Anhand des Tone-Reglers kann man die CR4.5 und CR5BT etwas auf den eigenen Geschmack oder das Anwendungsgebiet einstellen. Letzten Endes ist dessen Einstellung vom eigenen Hörempfinden abhängig. Mir gefiel die Mittelstellung mit leicht angehobenen Höhen und Tiefen am besten – sowohl fürs Producing als auch für den reinen Musikgenuss.
Was die Positionierung und den Location-Schalter angeht, gefiel mir „Desktop“ auch mit etwa drei Metern Hörabstand besser als „Bookshelf“. Letzterer klang für mich im Vergleich dünner und heller – was im traditionellen Sinne eines Bücherregals auch Sinn ergibt, da die Regalwände die Tiefen verstärken. Im Test standen die Mackie CR4.5 und CR5BT allerdings frei.
Ob Desktop und Bookshelf sich mit Near- und Farfield gleichstellen lassen, darüber lässt sich sicher streiten. Meiner Ansicht nach nicht, aber für die Zielgruppe dieser Monitore mögen diese Bezeichnungen verständlicher sein. So oder so ist der Location-Schalter eine nette Zugabe.

Mackie CR4.5 und CR5BT Test: Fazit
Mit der dritten Generation der CR-Serie führt der US-amerikanische Hersteller die beliebte und traditionsreiche Monitorserie fort. Die CR4.5 und CR5BT haben sich im Test als würdige Nachfolger präsentiert, die einen recht ausgewogenen Klang liefern. Tiefenstaffelung, Panorama und Basswiedergabe sind für Lautsprecher dieser Preiskategorie überraschend gut. Anhand von Tone und Location lassen sich die Monitore sogar noch etwas auf die eigenen Vorlieben anpassen.
Die CR-Serie bietet nach wie vor ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist ein echter Geheimtipp für alle, die preiswerte Monitore fürs Produzieren und zum Bearbeiten von Sprache suchen.
Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP, Paar): (CR4.5) 159 Euro, (CR5BT) 216 Euro
Weitere Infos: Mackie
Pros
- Gute Frequenzabbildung
- Zufriedenstellende Tiefenstaffelung, Ortbarkeit und Tiefenwiedergabe
- Wahlweise Modelle mit Bluetooth
- Kopfhörerausgang
- Preis
Cons
- Transientenwiedergabe schwächelt
Fotos: Hersteller, eigene
