Native Instruments melden Insolvenz an

Native Instruments melden Insolvenz an
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Native Instruments haben die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Nun stellt sich die Frage, wie es für den Konzern und dessen Tochterfirmen iZotope, Brainworx und Plugin Alliance weiter geht.

Update vom 29. Januar: Nick Williams, CEO von Native Instruments, hat sich im firmeneigenen Blog zur Insolvenz geäußert. In seinem Statement beteuert er, dass die Geschäfte von Native Instruments, iZotope, Plugin Alliance und Brainworx wie gehabt weiterlaufen. Produkte und Downloads werden weiterhin verfügbar sein. Auch die NKS-Lizenzierung Dritter sowie Lizenzen für den Kontakt Player werden weiterhin bearbeitet und aufrecht erhalten.

Des weiteren erläutert Williams, dass mit dem Insolvenzverfahren ein Umstrukturierungsprozess eingeleitet werden soll, der die Native Instruments GmbH sowie drei deutschen, nicht operativen Holding-Gesellschaften betrifft.
Inwiefern sich dies auf die Marke und die Tochterfirmen auswirkt, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.


Wie über verschiedene Medienportale bekannt wurde, haben Native Instruments einen Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Bestätigt wird dies durch die öffentlich zugänglichen Unterlagen des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg, die den Fall unter den Aktenzeichen 3612 IN 603/26, 3612 IN 602/26 und 3612 IN 604/26 führen. Betroffen scheinen bisher die Native Instruments Holding, Native Instruments GmbH und Native Instruments Group GmbH zu sein. Ob davon auch iZotope, Brainworx und Plugin Alliance betroffen sind, ist noch unklar. Seitens Native Instruments gibt es bisher noch kein offizielles Statement.

Native Instruments sind eines der prägendsten Unternehmen im Bereich der Musikproduktion. Insbesondere durch Sample-Librarys für Kontakt, virtuelle Synthesizer wie Massive, Reaktor und Absynth sowie MIDI-Controller wie Machine etablierten den Hersteller in vielen Studios weltweit.

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In den letzten Jahren wendete sich das Blatt allerdings: viele Nutzer*innen beklagten die mangelnde Kreativität und den hohen Output neuer Sample-Librarys. Zudem wurde die Online-Sample-Plattform sounds.com ohne Vorwarnung Mitte 2023 eingestellt, was ebenfalls nicht gerade einen Hype auslöste.

Native Instruments haben während dieser schwierigen Jahr iZotope, Brainworx und Plugin Alliance übernommen und wollten diese unter dem Markenname „Soundwide“ vereinen. Das hat allerdings nicht gefruchtet, denn der Name verschwand kurze Zeit später und ist bei vielen Nutzer*innen längst in Vergessenheit geraten.

Im Hintergrund dieser Ereignisse wurden immer wieder Kritiken von Mitarbeitenden öffentlich, die neben mangelnder Transparenz wie etwa die Beteiligung der US-amerikanischen Investmentfirma Francisco Partners weiterhin Unsicherheit schürten und vermutlich auch zu einem Vertrauensverlust vieler Nutzenden beitrug.

Was die Insolvenz von Native Instrument bedeutet

Eine Insolvenz von Native Instruments bedeutet nicht zwingend das aus des Unternehmens. Dieser Schritt kann auch Umstrukturierungen und Sparmaßnahmen einleiten sowie die Suche nach neuen Investoren öffnen. Für viele Musikschaffende wäre es sicherlich ein gravierender Einschnitt, wenn die Produkte nicht länger aktualisiert werden und in ein paar Jahren vielleicht nicht mehr auf neuen Systemen laufen. Und natürlich gehen die Blicke auch nervös in Richtung iZotope, Brainworx und Plugin Alliance. Es bleibt abzuwarten, in welche Richtung sich das Insolvenzverfahren bewegt.

Foto: Hersteller

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