Reon Muton: Kompakter Synth mit neuer FAM-Engine

Reon Muton ist ein kompakter, portabler Synthesizer, dessen neue Multiplier-Engine die klanglichen Möglichkeiten um komplexe Signalketten erweitert.

Der japanische Hersteller Reon präsentiert mit Muton das neue Mitglied der Fusion-Serie. Der semi-modulare Synthesizer hat drei Oszillatoren, die jeweils mit bis zu zwei Wellenformen bestückt werden können. Eine kleine Patchbay ist ganz rechts am Gerät angebracht.

An Bord des Synthesizers sind zudem ein Delay, ein Resonanz-Filter sowie ein Hüllkurvengenerator. Darüber hinaus gibt es jeweils drei LFOs und Gate-Generatoren. Hier kommt die neue Flexible-Advanced-Multiplier(FAM)-Engine ins Spiel. Mit FAM können Geschwindigkeit und Länge in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen abgespielt werden. Somit können verschiedenste Signalketten via Gate ausgegeben und in Echtzeit manipuliert werden.

Ausgangsseitig ist der Reon Mutual mit USB-B, Fusion IF (hauseigener Anschluss für andere Geräte des Herstellers), MIDI In/Out, Master Out (6,3 mm Klinke) und drei VCO-Ausgängen (6,3 mm Klinke) bestückt.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 683 Euro
Weitere Infos: Reon

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D16 Phoscyon 2: Reinkarnation der 303

D16 Phoscyon 2 ist die neue Version der Roland-TB-303-Emulation. Ein überarbeiteter Signalpfad sowie neue Funktionen sollen das Plug-in auf das nächste Level befördern.

Ein komplett überarbeiteter Signalpfad, eine interne Effektkette sowie einen integrieten Sequencer – Das alles bietet das neue Phoscyon 2 von D16. Der polnische Entwickler wirbt außerdem damit, dass das virtuelle Instrument nicht eine bestimmte Roland-TB-303, sondern alle emuliert. Dafür wurden sogar die Calibration Parameter der Hardware digitalisiert, die früher nur den Technikern zum Einstellen zugänglich waren.

An Bord ist nun auch ein Vibrato. Der Entwickler erklärt, dass nur wenige Künstler des 303-Vibratos mächtig waren/sind. Das Besondere: Der Vibrato-Effekt wird nicht durch einen Oszillator erzeugt, sondern durch den Tonumfang von zwei Noten. Der Tonumfang entspricht der Vibrato-Range und die Tonlänge der Vibrato-Geschwindigkeit.

D16 Phoscyon 2 läuft unter Windows und Mac-OS. Formatseitig werden VST, VST 3, AU und AAX unterstützt.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 89 Euro Einführungspreis bis 19. September 2022; regulär 119 Euro
Weitere Infos: D16

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Eventide Misha: Multi-Instrument fürs Eurorack

Eventide Misha ist gleichzeitig ein Instrument und Sequenzer im Eurorack-Format – spielbar wie ein Keyboard, flexibel wie ein Looper.

Mit Misha können Intervall-basierte Melodien im Eurorack-Format kreiert werden. Dafür stehen 100 Skalen im internen Speicher bereit, die um 100 User-Skalen erweitert werden können. Eigene Skalen und Einstellungen lassen sich auf einer Micro-SD-Karte speichern und laden.

Ein kleines Display zeigt die ausgewählte Skala und Belegung der neun bunt beleuchteten Intervall-Knöpfe (-4 bis +4) an. Skala und Key werden anhand der gleichnamigen Drehregler definiert. Darüber hinaus gibt es vier User-Knöpfe, denen verschiedene Funktionen zugewiesen werden können.

Eventide Misha kann mit einem MIDI-Controller oder einer Tastatur verbunden und gesteuert werden. Auch über Trigger- und CV-Signale lässt sich das Eurorack-Modul steuern. Ausgangsseitig sind drei CV/Gate-Buchsen (Paare) und ein MIDI-Anschluss vorhanden. Entsprechend können bis zu drei Stimmen ausgegeben werden. Zudem steht ein Oszillator für eine interne Klangerzeugung zur Verfügung.

Misha nimmt 28 HE im Eurorack in Anspruch.

Verfügbar ab: Mitte August 2022
Preis (UVP): 649 Euro
Weitere Infos: Eventide

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Tracktion Novum: Back to the Layers

Tracktion Novum ist ein virtueller granularer Synthesizer, der Samples in Layer zerlegt. Klanglich Eigenschaften verschiedener Sounds können kombiniert werden, um so völlig neue Sounds zu kreieren.

Entwickelt wurde Tracktion Novum von Peter V, aka Dawesome, der auch hinter Abyss und Chop Suey steckt. Sein neustes Werk, Novum, ist ein granularer Synthesizer – aber natürlich kein „normaler“. Das virtuelle Instrument spaltet ein Sample in sechs Layer. Samples können aus den über 300 Presets geladen oder via Drag & Drop importiert werden.

Novum zerlegt einen Klang in dessen natürliche Töne. Man kann es sich so vorstellen, dass ein Drum-Track in seine Instrumente wie Bassdrum, Hi-Hats, etc. gesplittet wird. Nur dass das eben auch bei „puren“ Klängen wie einem Bass-Sample passiert.

Jedes der sechs Layer kann deaktiviert werden. Somit können auch einfach nur störende Klanganteile eliminiert werden. Das wirklich Spannende ist aber die Kombination verschiedener Sounds beziehungsweise deren Charakteristika. Zum Beispiel kann ein Pad die Klangfarbe einer Bell bekommen. Oder ein Filter Sweep mit dem Klang einer Gitarre kombinieren.

Die fünf Tabs Timbre, Env, Syn, FX und Mod stehen für die Klangbearbeitung bereit. Hier können unter anderem die Grains eingestellt und Effekte hinzugefahren werden. Außerdem lassen sich die verschiedenen Parameter beliebig modulieren: LFO, Velocity, Pressure, Slide und viele mehr stehen zur Auswahl.

Tracktion Novum ist MPE kompatibel und läuft unter Windows und Mac-OS. Die Formate VST 3 und AU werden unterstützt.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 125 USD Einführungspreis bis 1. Juli 2022; regulär 179 USD
Weitere Infos: Tracktion

Foto: Hersteller

SampleScience Stylo Synthesis: Gratis Taschen-Orgel

SampleScience Stylo Synthesis ist eine kostenlose Emulation einer Orgel aus den sechziger Jahren. Das für damalige Verhältnisse erstaunlich kleine Instrument hat auch digital nichts an Portabilität verloren und passt immer noch in die Hosentasche…

1967 erfand Brian Jarvis ein Mini-Keyboard im Hosentaschenformat. Erstaunlich, denn in den sechziger Jahren waren die Maße vieler elektronischer Instrumente wesentlich größer. Mir erscheinen dabei Bilder von schrankwandgroßen Synthesizern wie dem ARP 2500 vor dem geistigen Auge – auch wenn dieser erst etwas später auf den Markt kam und funktionsseitig auf einem ganz anderen Level agiert.

Doch zurück zum Stylophon: Das Instrument wurde als Heimorgel präsentiert. Es sollte einfach zu bedienen und ohne musikalische Vorkenntnisse spielbar sein. Dennoch setzte sich das elektronische Instrument, dessen Klangerzeugung auf einem Oszillator basiert, nie wirklich durch. Nichtsdestotrotz soll es in einigen bekannten Songs wie Space Oddity von David Bowie und Computerwelt von Kraftwerk zu hören sein.

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Im Laufe der Jahre kamen verschiedene Modelle des Stylophones heraus. 2007 wurde ein Remake des Originals mit dem Name Stylophone S1 veröffentlicht. Wer nun doch auf die Hardware neugierig geworden ist, kann ein neues Instrument für schon etwa 30 Euro kaufen.


Die Software-Variante, SampleScience Stylo Synthesis kann hingegen völlig kostenlos ausprobiert werden. Um alle Nuancen des Klangs einzufangen, wurde jede Taste des Originals für fünf Sekunden gesamplet. Stylo Synthesis kann polyphon, monophon und legato gespielt werden.

Die Hüllkurve kann über die Drehregler Attack, Decay und Release angepasst werden. Sogar ein Preamp lässt sich hinzufahren.

Für die Klangbearbeitung der virtuellen Orgel stehen ein Multi-LFO, Reverb sowie ein Low- und Highpass-Filter bereit. Darüber hinaus ist ein Delay mit einstellbarer Delay-Zeit und -Feedback vorhanden.

SampleScience Stylo Synthesis läuft unter Windows, Mac-OS, Linux und iOS. Android wird nicht unterstützt. Neben VSTi, VST 3 und AUi wird auch eine Decent-Sampler-Version für den kostenlosen Decent Sampler angeboten. Zudem gibt es eine NKI für Native Instruments Kontakt (Vollversion).

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): gratis
Weitere Infos: SampleScience

Foto: Hersteller

Soma Synths Rumble of Ancient Times: Umweltfreundlicher Synthesizer

Soma Synths Rumble of Ancient Times ist ein 8-Bit-Noise-Synthesizer. Durch clevere Programmierung hat der Hersteller als Schrott eingestuften Chips neues Leben eingehaucht.

„8-Bit“ erinnern mich stark an Chiptune-Sounds alter Videospiele. Der Gedanke an Super Mario, Donkey Kong und einige andere Juwelen der frühen Gaming-Era euphorisiert. Es scheint dennoch etwas banal, in einer Zeit mit 24-Bit-Processing einen 8-Bit-Synthesizer auf den Markt zu bringen.

Doch spätestens seit dem Aufkommen beziehungsweise der wachsenden Beliebtheit von LoFi ergibt die Idee eines solchen Klangerzeugers durchaus Sinn – und ist in Kombination mit dem umweltfreundlichen Aspekt obendrein lobenswert.

>>> AudioKit & Brian Funk VHS Synth: Vintage-Synthesizer für die Hosentasche <<<

Sehen wir uns Soma Synths Rumble of Ancient Times, kurz RoAT, nun mal an: Das Herz von RoAT bildet ein alter Chip, wie er in den ersten Computern verbaut wurde. Genaueres verrät der Hersteller leider nicht. Durch eine ausgefuchste Programmierung wurde der Chip zu einem 8-Bit-Noise-Synthesizer und -Sequencer umfunktioniert – getreu dem Motto „Aus alt mach neu“.

Insgesamt gibt es vier Oszillatoren mit einstellbarer Wellenform. Hinzu kommt ein LFO, der Tone oder Volume der Oszillatoren modulieren kann. Das modulierte Signal wird anschließend den anderen Signalen zugeführt. Dafür stehen in Soma Synths RoAT satte 1536 Variationen komplexer Summing-Algorithmen zur Auswahl. Diese bewirken unter anderem Frequenzmodulation (FM), Ring-Modulation und bitwise logical operations.

Soma Synths Rumble of Ancient Times ist mit einem resonanten 8-Bit-Lowpass-Filter ausgestattet. Der integrierte Sequencer kann mit einem externen Gerät synchronisiert werden, oder auch als Taktgeber via Clock Out agieren. Als Audio-Eingang dient eine Miniklinkenbuchse (3,5 mm).

Der Batterie-betriebene Synthesizer wird von vier AAA-Batterien mit Saft versorgt. Die Laufzeit gibt Soma Synths mit bis zu 130 Stunden an.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 130 Euro
Weitere Infos: Soma Synths

Foto: Hersteller

Groove Synthesis 3rd Wave: Synth mit integriertem Wavetable-Maker

Mit 3rd Wave stellt Groove Synthesis einen Advanced Wavetable Synthesizer als Hardware-Instrument vor. Die insgesamt 24 zur Verfügung stehenden Stimmen können jeweils mit drei Oszillatoren zum Klingen gebracht werden. Außerdem lassen sich mit Groove Synthesis 3rd Wave eigene Wavetables designen. Dafür lassen sich nicht nur Audiodateien via USB übertragen, sondern auch direkt in den Synth gesamplet werden.

Als Starthilfe kommt 3rd Wave mit 32 klassischen und 48 moderneren Wavetables. An Bord sind zudem ein analoges Lowpass- sowie ein State-Variable-Filter. Außerdem kann auf vier LFOs, vier Hüllkurven und zwei Effekte zugegriffen werden.

Die integrierte Modulationsmatrix bietet mit 16 zuweisbaren Slots, 12 festen Slots und bis zu 114 Destinations große Flexibilität. Groove Synthesis 3rd Wave hat zudem einen 32-Step-Sequencer. Dieser speichert auch Einstellungsänderungen von Parametern, sodass bis zu 24 Pattern für eigene Songkreationen bereit stehen.

Zu guter Letzt bleibt noch die Tastatur zu erwähnen. Sie ist multitibral und kann in vier Zonen aufgeteilt werden. Darüber hinaus lassen sich die 24 Stimmen auch auf der Klaviatur layern.

Verfügbar ab: August 2022
Preis (UVP): 3795 USD
Weitere Infos: Groove Synthesis

Foto: Hersteller

Superbooth 22: Cre8audio East Beast: „Er will nur spielen“

Cre8audio kündigt mit East Beast einen analogen, semi-modularen Synthesizer an – und präsentiert diesen auf der kommenden Superbooth 22. East Beast will den traditionellen East-Coast-Klang wieder aufleben lassen, verfeinert durch „beastly twists“.

„It doesn’t bite. No promises though.“ steht groß auf der Produktseite von Cre8audio East Beast. Doch wie jeder Hundebesitzer weiß, will er eigentlich nur spielen… Und zwar fette Sounds, schneidende Synth-Lines und wilde Wobbles.

Cre8audio East Beast ist ein subtraktiver, monophoner Synthesizer. Der Oszillator stammt von Pittsburgh Modular und bietet Wellenform-seitig Sinus, Rechteck, Dreieck und Sägezahn. Unterschiedliche Wellenformen können auch kombiniert werden. Außerdem kann der Oszillator pulsweiten- und frequenzmoduliert werden.

Eine Besonderheit von East Beast ist das Filter, das aus einer zehnjährigen Forschung von Pittsburgh Modular hervorgeht: Das Filter soll einen kremigen, smoothen Klang ohne „dead spots“ liefern. Eingesetzt werden kann es als Highpass, Lowpass, Bandpass oder einer Kombination aus den eben genannten Filtertypen.

Zudem bieten 20 Patch-Buchsen verschiedene Modulationsmöglichkeiten. LFO, Hüllkurvengenerator (ADSR), Multi-Mod, sowie ein 32-Step-Sequencer sind vorhanden. Anschlüsse für MIDI In und MIDI Thru stehen zur ebenfalls Verfügung.

Verfügbar ab: Juni 2022
Preis (UVP): 249 Euro
Weitere Infos: Cre8audio East Beast

Foto: Hersteller

AudioKit & Brian Funk VHS Synth: Vintage-Synthesizer für die Hosentasche

AudioKit und Brian Funk VHS Synth ist ein virtueller Synthesizer für iOS. VHS Synth ist mit Samples von Vintage-Synthesizern bestückt, die mit einem Videorekorder auf ein VHS-Band aufgenommen wurden. Anschließend wurden die Aufnahmen resampled. Zudem sind über 280 Presets und verschiedene Effekte wie Tape Hiss und Reverb integriert.

VHS Synth läuft auf iPhones und iPads als Standalone und AUv3-Plug-in.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 3,99 USD Einführungspreis; regulär 9,99 USD
Weitere Infos: AudioKit & Brian Funk VHS Synth

Foto: Hersteller

Holistic Audio Spatial Synth: Komponieren in immersive audio

Holistic Audio Spatial Synth ist ein virtueller Wavetable-Synthesizer, der „die räumliche Klanggestaltung aus der Postproduktion in Richtung des Kompositions- und Sounddesignprozesses“ verlagern will.

Dreidimensionale Audioformate wie Dolby Atmos und Fraunhofer MPEG-H gewinnen auch in der Musikproduktion immer mehr an Bedeutung. Immersive Audioformate bieten aber nicht nur für Hörer ein völlig neues Klangerlebnis, sondern eröffnen auch Kreativschaffenden neue Möglichkeiten – zum Beispiel, indem man von Anfang an immersiv produziert.

Genau dieses Konzept verfolgt der Spatial Synth von Holistic Audio. Darauf aufmerksam geworden bin ich auf der Tonmeistertagung 2021, auf der Holistic Audio mit einem großen Banner mit Informationen und QR-Codes zum Spatial Synth präsent war.

Holistic Audio Spatial Synth Banner TMT 2021
Ein (zugegeben nicht sehr guter) Schnappschuss des Banners von Holistic Audio auf der Tonmeistertagung 2021.

Bisher gibt es nur einen Prototyp des virtuellen Klangerzeugers. Laut Entwickler werden im Spatial Synth „Klangkomponenten des Klangsyntheseprozesses objektinfiziert und im Instrument räumlich gestaltet“. Durch den objektbasierten Ansatz soll es zudem möglich sein, die fertige Komposition in verschiedene Audioformate zu rendern. Einen ersten Eindruck des Wavetable-Synthesizers gibt ein Demo-Video, das unter diesem Beitrag eingebettet ist.

Holistic Audio Spatial Synth soll für Windows und Mac-OS erscheinen und die Formate VST 3, AAX und AU unterstützen.

Verfügbar ab: k. A.
Preis (UVP): k. A.
Weitere Infos: Holistic Audio Spatial Synth

Fotos: Screenshot/Eigene