Denise Audio Bad Tape 2 Test: Next-Level-Tape

Bad Tape 2 ist die neue, “schlechtere” Version der virtuellen Bandmaschine von Denise Audio. Welche Upgrades das neue Plug-in bekommen hat und wie übel die ganze Sache tatsächlich ist, habe ich im Test herausgefunden.

„Wie schlecht kann es sein?“ – Diese Frage stellt Denise Audio auf der Produktseite von Bad Tape 2. Eine gute Frage. Bekanntlich kommt es immer dann schlimmer, wenn man denkt, dass es nicht mehr schlimmer werden kann. Doch bekanntlich kann etwas auch soooo schlecht sein, dass es schon wieder gut ist.

Man muss nicht allzu lange über diese Frage grübeln. Im anschließenden Text erklären die Entwickler, dass Bad Tape 2 neue Effekte und Funktionen bietet, mit denen man „… die Verschandelung seines eigenen Songs formen kann“.

Eine ungewöhnliche Marketing-Strategie, um das eigene Produkt anzupreisen. Auch wenn es offensichtlich scheint, dass das Plug-in nicht soooo schlecht sein kann, macht es doch neugierig…

Features

  • Detune mit Tapestop
  • Sidechains
  • Push-Pull
  • 4 integrierte Effekte
  • Für Windows und Mac-OS, VST, VST 3, AAX & AU
Denise Audio Bad Tape 2 Detune
Neu hinzugekommen: Die Detune-Sektion mit Tapestop.

Denise Audio Bad Tape 2 Test: Übersicht

Die Nutzeroberfläche präsentiert sich im Denise-Audio-üblichen Look. Die obere Hälfte ziert ein parametrischer Equalizer mit integriertem Analyzer. Die Parameter werden bei einem Klick auf eines der sechs Bänder direkt über der visuellen Darstellung angezeigt. Zudem lassen sich hier Filtertyp (Lowpass, Lowshelf, Peak, Highshelf, Highpass) und Pull-Stärke einstellen. Jedes Band kann soliert oder  in bypass geschaltet werden.

In der Mitte des Plug-ins sind die verschiedenen Effekte und Funktionen der virtuellen Bandmaschine:

  • Harm (Bit-Crusher)
  • Wow (smooth Detune)
  • Shake (harsh Detune)
  • Hiss (Hiss/Rauschen)
  • Squeal (hochfrequentes Rauschen)
  • Doubler (Tape-Delay)
  • Detune (Tape-slowdown/-stop mit eigener Sidechain)
  • Magnet (emuliert ein entmagnetisiertes Band)
  • Resonator (einstellbar pro Band)
  • Phaser
  • Sidechain
  • Oversampling (1x, 2x, 4x, 8x)

Die untere Fensterhälfte ist für die Parameter der Effekte und Funktionen reserviert. Verschiedene Einstellungsmöglichkeiten werden, abhängig von der Auswahl, eingeblendet. Außerdem werden in dieser Sektion die globalen Einstellungen angezeigt. Diese sind für Bad Tape 2 Input, Mix, Output, Color, Saturation, Pull und Speed.

>>> Soundevice Digital/United Plugins TrapTune Test: Multi-Effekt für Vocals <<<

Signature-Feature: Push-Pull

Ein Alleinstellungsmerkmal von Denise-Audio-Plug-ins ist Push-Pull. Anhand des Equalizers können beliebige Frequenzbereiche stärker von Bad Tape 2 beeinflusst werden, als andere. Über das oben genannte Pull (pro Band und global) wird eingestellt, wie stark die Frequenzbereiche nach der „Behandlung“ wieder heruntergezogen werden.

Denise Audio Bad Tape 2 Test Sidechain
Die Sidechain eröffnet neue Kreativmöglichkeiten.

Denise Audio Bad Tape 2 Test: Praxis

Das virtuelle Band lässt sich intuitiv bedienen. Die Steuerung von Einstellungen ist selbsterklärend und geht schnell von der Hand. Im Denise Audio Bad Tape 2 Test habe ich Drums, Keys, Synth-Leads, Vocals und Percussions veredelt – beziehungsweise zerstört.

Die Tape-typischen Parameter funktionieren wie sie sollen und klingen gut. Es stellt sich mir allerdings die Frage, warum Hiss und Squeal an Bord sind. Sicherlich sind das Artefakte, die bei einem Band auftreten. Allerdings finde ich wenig Verwendung dafür. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass diese Funktionen einen guten Beitrag leisten, Bad Tape 2 „bad“ klingen zu lassen. In Anbetracht des Kreativansatzes des Plug-ins hätte man diese Features aber vielleicht auch durch andere, eher brauchbare, ersetzten können.

Raum für Experimente

Apropos Kreativität: Dass sich einzelne Funktionen separat voneinander via Sidechain triggern lassen, ist wirklich große Klasse! Ohne langwieriges Setup und mehreren Plug-in-Instanzen können spielend leicht abgefahrene Effekte kreiert werden.

Die eigene Sidechain für Detune/Tapestop ist glücklicherweise separat. Das Verhalten des Tapestops kann detailliert eingestellt und dem Song angepasst werden – hervorragend mitgedacht, Denise Audio!

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht unbedingt so scheint, lässt sich der Klang durch die vielen verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten sehr spezifisch formen. Zum Beispiel durch die Möglichkeit, die Resonanz für jedes Band separat zu definieren. Und natürlich auch durch das Push-Pull-Feature, das mich jedes Mal aufs Neue begeistert.

Bandmaschine

Denise Audio Bad Tape 2 Test: Fazit

Der kreative Gedanke hinter Bad Tape 2 gefällt mir gut. Ich war anfangs zugegeben etwas skeptisch, da der Markt an Tape-Emulationen gesättigt, wenn nicht sogar übersättigt, ist. Aber genau das ist es eben, worauf sich Bad Tape 2 nicht beschränkt. Neben der klassischen Bandsättigung kann man mit dem Plug-in so viel mehr anstellen und sich in sounddesignerische Gefilde begeben. Vor allem die Sidechain-Funktionen haben mich begeistert und zu neuen Experimenten angeregt – die mal gut, mal weniger gut ausgingen.

Wer auf der Suche nach einem Band mit einem gewissen Twist ist und nicht nur analoge Sättigung auf digitaler Ebene möchte, wird mit Denise Audio Bad Tape 2 sicherlich seinen Spaß haben.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 46,41 Euro Einführungspreis; regulär 70,21 Euro
Weitere Infos: Denise Audio

Pros

  • Handhabung
  • Kreativansatz
  • Sidechains
  • Push-Pull

Cons

  • Keine

Fotos: Ingo Schulz, Eigene

Techivation T-Warmer: Wärmer, fetter, größer

Techivation T-Warmer ist ein simples Plug-in um einzelnen Spuren oder Bussen Sättigung hinzuzufügen. Dafür stehen vier verschiedene Modi zur Auswahl…

Wem die heißen Sommertemperaturen noch nicht genug sind, kann zusätzlich mit dem Techivation T-Warmer digital einheizen. Das Plug-in hat genau ein Ziel: Saturation. Entsprechend übersichtlich gestaltet sich dessen Nutzeroberfläche.

Es gibt zwei Schiebregler für den In- und Output sowie einen großen Drehregler, über den die Sättigung (Warmth) hinzugefahren werden kann. Außerdem gibt es einen Mix- und einen Frequency-Regler am unteren Fensterrand. Letzterer definiert den Frequenzbereich, der vom T-Warmer gesättigt werden soll.

Vier verschiedene Modi stehen für die harmonische Saturation zur Auswahl:

  • Smooth
  • Phat
  • Warm
  • Hard

Techivation T-Warmer läuft unter Windows und Mac-OS. Formatseitig werden VST, VST 3, AAX und AU unterstützt.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 29 USD Einführungspreis; regulär 39 USD
Weitere Infos: Techivation

Foto: Hersteller

Denise Audio Bad Tape 2: Schlimmer geht immer

Denise Audio Bad Tape 2 ist die neue Version des Tape-Plug-ins. Eine überarbeitete Nutzeroberfläche und neue Features machen Version 2 besser und schlimmer.

Denise Audio hat die virtuelle Bandmaschine Bad Tape auf Version 2 aktualisiert. Während der Vorgänger sich im typischen Erscheinungsbild des Entwicklers präsentierte, ist die neue Nutzeroberfläche etwas ansprechender gestaltet.

Der Funktionsumfang von Bad Tape 2 ist auf gut das doppelte angewachsen. Wow, Flutter, Hiss, Squeal, Harm und Detune wurden übernommen. Neu sind Shake, Doubler, Magnet, Resonator, Phaser und Sidechain.

>>> G-Sonique Analog Tape ASX-72: Das bessere Tape? <<<

Vor allem die Detune-Funktion hat Denise Audio ausgebaut: Das Tape-Plug-in erlaubt nun, Rewind- und Recovery-Zeiten einzustellen. Ein Tape-Stop-Effekt kann somit besser kontrolliert und in die Produktion eingebunden werden.

Der neue Sidechain-Eingang erlaubt das Triggern von Effekten via externem Signal. Die Stärke beziehungsweise Auswirkung der Sidechain kann für jeden Effekt separat eingestellt werden.

Denise Audio Bad Tape 2 läuft unter Windows und Mac-OS. Formatseitig werden VST, VST 3, AAX und AU unterstützt.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 47,19 Euro Einführungspreis; regulär 71,39 Euro
Weitere Infos: Denise Audio

Foto: Hersteller

G-Sonique Analog Tape ASX-72: Das bessere Tape?

G-Sonique Analog Tape ASX-72 ist ein Tape-Plug-in für Windows. Im Gegensatz zu vielen anderen Tape-Plug-ins soll das G-Sonique-Tape den wahren Reel-to-Reel-Sound mit all seinen Facetten in die digitale Welt bringen.

Ein echter Reel-to-Reel-Hardware-Recorder fügt dem Klang nicht nur Sättigung hinzu, sondern zum Beispiel auch eine natürliche, nicht lineare Kompression, Wow und Flutter sowie variable Geräusche (Noise) und Hiss. Das erklärt G-Sonique auf der Produktseite von Analog Tape ASX-72. Und genau diese Features soll das virtuelle Tape bieten.

G-Sonique Analog Tape ASX-72 Signalflow
Der Signalfluss von Analog Tape ASX-72.

Analog Tape ASX-72 bietet verschiedene Klangfarben, die von gentle über modern bis hin zu fett reichen. Eigens dafür hat der Entwickler Drive/Warmth- und Fatness-Regler eingebaut. Drive kann zusätzlich auf entweder Highs oder Lows angewendet werden.

Darüber hinaus gibt es die typischen Bandmaschinen-Regler:

  • Flutter
  • Wow
  • Bias
  • Feedback
  • Emphasis
  • Hiss
  • Output

>>> AudioKit & Brian Funk VHS Synth: Vintage-Synthesizer für die Hosentasche <<<

Außerdem gibt es Einstellungsmöglichkeiten für Device Limiting und Device Clip. Über einen Switch lässt sich zwischen dem A421 und C24 Tape umschalten. Ebenso kann die Laufgeschwindigkeit von 30 ips auf 15 ips geändert werden.

G-Sonique Analog Tape ASX-72 läuft als VST unter Windows.

Verfügbar: ab sofort
Preis (UVP): 19,90 Euro Einführungspreis; regulär 38,90 Euro
Weitere Infos: G-Sonique