Jaejin Slyce ist eine Workstation zum Slicen und Remixen von Vocals und Samples, die sich mit den über 400 Instrumenten-Sounds zu Songs verschmelzen lassen.
Entwickler Jaejin präsentiert mit Slyce eine Mini-DAW, die insbesondere auf das Schneiden und Remixen von Vocals und Samples ausgelegt ist. Dafür bietet das Plug-in einen Auto-Slicer mit manuellen Anpassungsmöglichkeiten sowie automatisches Keyboard-Mapping – so zumindest das Versprechen…
Der Entwickler hat mir freundlicherweise eine Lizenz zur Verfügung gestellt und ich habe mal einen kurzen Blick auf das Tool geworfen – das ist hier kein ausführlicher Test, ich teile lediglich meine ersten Eindrücke.
Zu entdecken gibt es 80 Vocals und 403 Instrumenten-Sounds, die gut in der Presets-Sektion gegliedert und sogar nach Genre sortiert sind. Eigene Samples lassen sich ebenfalls importieren, was ich immer super finde. Das automatische Slicing hat gut funktioniert, wenngleich der Empfindlichkeitsregler verkehrt herum reagiert (je höher die Empfindlichkeit, desto weniger/gröbere Slices).
Das Mapping auf die Klaviatur lief reibungslos. Nachdem Slyce das (Vocal)Sample geschnitten hat, wird es automatisch gemappt, sodass man sofort spielen und remixen kann. Im Slices-Tab kann man theoretisch die einzelnen Teile bearbeiten, was bei mir aber nicht funktioniert hat. Der Tab macht überhaupt nichts.
Wenngleich Slyce als Vocal Chop Instrument angepriesen wird, ist es doch mehr – deswegen habe ich es auch als Mini-DAW bezeichnet. Wie bereits erwähnt gibt es eine durchaus beachtliche Auswahl an Instrumenten, deren Sounds mit den Vocal-Slices im Looper gelayert beziehungsweise kombiniert werden können. Man kann also bis zu acht Bar lange Loops erstellen und somit ganze Songparts produzieren, wenngleich das etwas umständlicher ist, als in einer „richtigen“ DAW. Im Looper kann nur Audio aufgenommen werden. Heißt also, man muss alles Live einspielen. Irgendwie wollte das bei mir nicht richtig klappen. Es gibt einen Pre-Roll, was auch sinnvoll ist, allerdings passt der Playhead nicht zur tatsächlichen Position. Ich fand es schwer einzuschätzen, wo ich mich nun gerade im Loop befinde. Die Funktionen des Loopers im Allgemeinen, was Recording, Dubbing und Abspielen angeht, funktionierten eher mittelmäßig.
Selbstverständlich bietet die App auch integrierte Effekte. Es gibt Sektionen für Main-, FX- und Master-FX. Nun würde man meinen, FX-FX ist für die Slice-spezifische Bearbeitung und Main-FX für das allgemeine Processing auf dem Master. Dem ist aber nicht so. Beide Sektionen, die übrigens die gleichen Effekte bieten (Reverb, Delay, Filter, Drive), wirken sich global aus. Sinn ergibt das natürlich nicht. Und dann gibt es ja auch noch die Master-FX-Sektion, die Parameter für Output, Width, Hype und Space zur Verfügung stellt.
Was ebenfalls befremdlich ist, ist die Leiste unterhalb der Klaviatur, die die Features des Plug-ins aufzählt. Das ist für Promo-Shots/-Material super, sollte aber meiner Meinung nach im eigentlichen „Werkzeug“ nicht enthalten sein.
Kurzum: Slyce verfolgt einen interessanten Ansatz. Eine dedizierte Workstation für Vocals mit kreativen Bearbeitungsmöglichkeiten könnte cool und spannend sein. Aktuell ist das Tool aber nur mittelmäßig brauchbar und kann trotz des geringen Preises von etwa 30 Euro nicht annähernd mit Konkurrenten wie Excite Audio Bloom Vocal Edit* mithalten. Verbesserungsvorschläge wären ein Looper mit MIDI-Editor und ein kompletter Fokus auf Slicing und entsprechende Bearbeitungsmöglichkeiten. Die Instrumente sind nett, aber eigentlich unnötig. Und sie verschieben das gesamte Konzept und den eigentlichen Fokus des Plug-ins.
Jaejin Slyce läuft unter Windows, Linux und Mac-OS. Die Formate VST 3, AU und Standalone werden unterstützt.
Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 29,99 USD
Weitere Infos: Jaejin
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Foto: Hersteller
