Sonntag, 4. Oktober 2026
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Dreamtonics Instrument X Test: Virtuelle Instrumente revolutioniert

von SoundChills
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Dreamtonics Instrument X Test Aufmacher

Die Welt teilhaben lassen mit:

Dreamtonics Instrument X nutzt die revolutionäre Technologie des Herstellers, um Instrumente auf Basis neuronaler Netze akustisch zu modellieren. Das Plug-in verspricht authentische Klangreproduktion und innovativen Funktionen bei geringem Speicherbedarf. Ob dem tatsächlich so ist, haben wir im Dreamtonics Instruments X Test geprüft.

Die japanische Software-Schmiede Dreamtonics präsentiert mit Instrument X ihren neuesten Streich. Das Plug-in basiert auf dem gleichen Framework und der gleichen Technologie wie der vor etwa zwei Jahren veröffentlichte Synthesizer V Studio 2 Pro. Sprich: Die Klangerzeugung basiert auf neuronalen Netzen, die im Falle von Instrument X verschiedene Instrumente akustisch modellieren. Dementsprechend wird kein Sample-Katalog als Grundlage genutzt, wie das bei herkömmlichen Sample-Librarys der Fall ist – das Plug-in benötigt inklusive aller 15 Erweiterungen gerade mal knapp 3 GB!

Trotz neuronalem akustischem Modeling und geringem Speicherbedarf verspricht Dreamtonics realistisch und authentisch klingende Orchesterinstrumente, die durch moderne, teils KI-gestützte Funktionen erweitert werden. Ob sich Instrument X tatsächlich gegen filigran gesamplete Orchester-Librarys, etwa von VSL oder Spitfire Audio, behaupten kann, habe ich im Test der Version 1.0.0 herausgefunden.

Dreamtonics Instrument X Test: Übersicht

Wie erwähnt ist Instrument X genauso konzipiert wie Synthesizer V Studio 2 Pro, daher werde ich hauptsächlich auf die Unterschiede eingehen – eine detaillierte Beschreibung kannst du im Synth V Studio 2 Pro Test nachlesen.

Die eigentliche Software-Umgebung dient quasi als Player und läuft sowohl als Plug-in in den Formaten VST 3, AU, AAX und ARA sowie Standalone. Darin können die verschiedenen Instrumente geladen, arrangiert und bearbeitet werden. Zur Verfügung stehen eine Pattern-basierte Timeline, eine Piano-Roll mit Automations-Editor sowie das Seitenpanel, das Einstellungsmöglichkeiten für Klang, Ausdruck, Spielweise, Effekte und Co. beheimatet.

Instrumente & Preisgestaltung

Dreamtonics bietet aktuell 15 Instrumente, sogenannte Erweiterungen (engl.: Expansions), für Instrument X an, allesamt orchestral. Zur Auswahl stehen Violine, Viola, Cello, Kontrabass, Flöte, Piccolo, Oboe, Klarinette, Bassoon, Trompete, Posaune, Horn, Tuba, Jazz Alto Saxofon, Jazz Tenor Saxofon.

Die individuellen Instrumente kosten jeweils 87,86 Euro. Es gibt verschiedene Bundles zu Vorteilspreisen sowie die Complete Collection 2026, die mit 712,81 Euro zu Buche schlägt. Instrument X selbst ist kostenlos, ohne Expansions aber auch nutzlos.

Kurz & knapp

➡ Dreamtonics Instrument X ist eine virtuelle Produktionsumgebung, die Instrumente mit Hilfe von neuronalen Netzwerken akustisch modelliert und detaillierte Einstellungsmöglichkeiten für die Authentizität bietet.
➡ Für Producer und Komponisten
➡ Fazit: Instrument X von Dreamtonics benötigt dank neuronaler Netze wenig Speicherplatz und Systemressourcen. Überzeugen konnte es vor allem bei Solo-Performances, der tiefe der Einstellungsmöglichkeiten sowie durch moderne KI-Funktionen wie AI Retakes. Schwächen zeigen sich bei der Klangdichte von Ensembles und den notwendigen Renderzeiten nach Bearbeitungen, weshalb das Tool aktuell eher eine Ergänzung als ein kompletter Ersatz für klassische Sample-Libraries darstellt. Trotz dieser Einschränkungen ist der Ansatz zukunftsweisend und der Preis angesichts der technologischen Einzigartigkeit vertretbar.

Artikulationen & Skalen

Wie man das von modernen virtuellen Instrumenten erwarten darf, unterstützt auch Instrument X verschiedene Artikulationen – spezifisch für jedes Instrument. Bei der Violine sind es beispielsweise insgesamt zehn, von Staccato über Tenuto bis hin zu Slur und Trill. Ergänzt werden diese von Einstellungsmöglichkeiten für die Spieltechnik, die Stilistik und Mutes, die ebenfalls in Abhängigkeit zum ausgewählten Instrument stehen.

Während diese Einstellungen pro Note definiert werden können, bietet das Plug-in auch eine globale Stilistik pro Instrument. Hier stehen zur Auswahl Adagio, Allegro, Con Fuoco, Pop, Ballad und Automatic.

Die bis zu 16 Musiker eines Instruments können auf eine bestimmte Tonleiter gestimmt werden. Zur Verfügung stehen insgesamt 15 Skalen, darunter Moll, Dur, mixolydisch, phrygisch und Blues. Die Noten einer Tonleiter lassen sich in der Piano-Roll anzeigen, eine automatische Tonhöhenquantisierung gibt es allerdings nicht. Zudem stehen für Ensembles Slider zum Einstellen von Toleranzen für Timing und Pitch zur Verfügung, was man auch als Humanizing bezeichnen könnte. Die Piano-Roll bietet zudem einen dedizierten Pitch-Modus, in der die Tonhöhe penibel genau bearbeitet werden kann.

Mikrofonierung, Effekte & weitere Features

Wie ebenfalls aus professionellen Orchester-Librarys bekannt bietet auch Instrument X eine Sektion zum Einstellen der Mikrofonierung. Zur Auswahl stehen folgende Positionen: Close, Decca, Wide, Ambience. Durchaus ungewöhnlich ist die Möglichkeit, dass jedes Instrument in einem von vier Räumen platziert werden kann, von denen drei Studios sind und einer ein Saal.

Darüber hinaus kann der Klang anhand einer rudimentären Effektsektion geformt werden. Dort gibt es einen 4-Band-EQ, Kompressor und Reverb.

Instrument X unterstützt genau wie Synthesizer V Studio 2 Pro den Import eigener Skripte. Diese ermöglichen, das Tool durch beliebige Funktionen zu erweitern beziehungsweise automatisierte Prozesse auszuführen – zum Beispiel, Stille zu entfernen. Wer nicht selbst programmieren möchte, kann auf Community-Skripte zurückgreifen.

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass neben Audio- und MIDI-Dateien auch Partituren aus entsprechenden Notationsprogrammen wie Steinberg Dorico* oder Avid Sibelius* importiert werden können. Außerdem ist das Tool vollständig offline nutzbar und nutzt keine generative KI.

Soweit ein grober Abriss zu den Funktionen von Instrument X. Eine Übersicht und Erklärung aller Funktionen gibts im Handbuch.

Dreamtonics Instrument X Test: Praxis

Beim Öffnen von Instrument X wird man von einem Willkommens-Bildschirm begrüßt, anhand dessen man die Instrumente installieren, ein Demo-Projekt öffnen oder Tutorials ansehen kann. Das Installieren der 15 Expansions geschieht zügig, ohne nennenswerten Zeitaufwand. Anschließend habe ich das Demo-Projekt angehört, um mir einen ersten Klangeindruck zu verschaffen. Hier hört man einen Ausschnitt eines klassischen Werks, das Blech- und Holzbläser sowie Streicher in Szene setzt.

Das Rendern des Projekts dauerte etwa 45 Sekunden auf meinem Laptop mit 32 GB Arbeitsspeicher und Intel i7-9750H Prozessor. „Rendern“ bezieht sich hier übrigens nicht auf den Export von Audiospuren, was Instrument X auch kann, sondern auf die Berechnung des Klangs eines geladenen Instruments im neuronalen Netzwerk.

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    Die Instrumente klingen sehr gut und authentisch, vielleicht einen Tick zu sauber, aber in Anbetracht des sehr geringen Speicherbedarfs durchaus beeindruckend. Dynamiken und Artikulationen werden gut abgebildet und ergeben ein rundes und stimmiges Gesamtbild. Der Klang des Demo-Projekts ist aber ziemlich trocken und direkt. Durch das Einstellen der Mikrofonierung kann man dem aber etwas entgegenwirken. Schade ist allerdings, dass es nur eine Saal-Platzierung gibt. Gerade für große Orchesterkompositionen wären noch ein bis zwei weitere Hallen oder Säle wünschenswert gewesen. Durch den Einsatz des Reverbs kann man die Tiefenstaffelung und Räumlichkeit zusätzlich steuern, allerdings auch eher rudimentär. Es empfiehlt sich, auf ein Hall-Plug-in in der DAW zurückzugreifen.

    Die integrierten Effekte dürften vor allem für Nutzende der Standalone-Version einen Mehrwert bieten. Sie lassen sich lobenswerterweise individuell pro Instrument einstellen. Das bedeutet jedoch auch, dass man sein Ensemble nicht einfach in einem Saal platzieren kann, da es kein globales Übernehmen eines Effekts gibt. Das wird hoffentlich anhand eines Updates oder Skripts zukünftig möglich sein.

    MIDI-Import und Ensemble-tauglichkeit

    Um Instrument X wirklich herauszufordern, habe ich eine MIDI-Datei von Mozarts Klavierkonzert Nr. 5 geladen. Positiv hervorzuheben ist, dass Instrument X problemlos die Mehrspur-MIDI importiert und aufgeteilt hat. Anschließend wählt man pro Track ein Instrument und hat ein spielbereites Orchester. Die Renderzeit hängt natürlich von der Anzahl der Spuren und deren Länge ab. Im Falle des Klavierkonzerts hat es ein paar Minuten gedauert, was aber verschmerzbar ist.

    Das anschließende Bearbeiten der Spuren geht gewohnt von der Hand. Der Workflow zum Schreiben von Automationen und dem Einstellen von Artikulationen folgt der üblichen Handhabung einer DAW beziehungsweise Piano-Roll. Wie auch Synthesizer V Studio 2 Pro punktet Instrument X hier durch die wirklich detaillierten Einstellungsmöglichkeiten. Und wenns doch mal schnell gehen muss, kann man auf die automatischen Smart-Artikulationen zurückgreifen, die Noten auf Basis des eingestellten Stils artikulieren. Das hat im Test auch gut funktioniert.

    Beim Erhöhen der Anzahl der Performer fehlte es mir im Test allerdings an Fülle, die man von echten Orchesterkonzerten oder namhaften Sample-Librarys kennt. Ich vermag nicht festzulegen, ob es an der Verteilung oder am Frequenzumfang liegt, aber irgendwie schienen mir die Ensembles immer etwas dünn. Auch Anpassungen von Timing- und Pitch-Toleranzen sowie manuelle Pitch-Anpassungen im entsprechend dedizierten Modus konnten diesen Eindruck nicht gänzlich kaschieren.

    Übrigens: Die fünf Spuren des Klavierkonzerts, die von fünf verschiedenen Instrumenten gespielt wurden (ein zehnköpfiges Ensemble, vier Solostimmen), haben gerade einmal 12 bis 15 Prozent der CPU-Ressourcen meines Systems beansprucht.

    Komponieren mit Instrument X

    Durch die Pattern-basierte Arbeit lassen sich schnell verschiedene Stimmen und Variationen einzelner Instrumente anlegen und mit verschiedenen Instrumenten ausprobieren. Das Ganze hat allerdings einen Haken: Das Plug-in kann zwar eingehende MIDI-Noten verarbeiten, spielt aber nur einen Standard-Piano-Sound ab. Auf Nachfrage erklärt Dreamtonics, dass die Noten eines Instruments erst nach dem Malen in der Piano-Roll vom neuronalen Netzwerk gerendert werden. Ein Echtzeit-Rendering ist aktuell nicht möglich – das sind Sample-basierte Instrumente noch im Vorteil.

    Auch für Harmonien oder Akkorde eignet sich Instrument X hervorragend und unterstützt durch die Visualisierung der Noten einer ausgewählten Tonleiter auch Musikschaffende, die wenige Kenntnisse über Musiktheorie besitzen oder neue Skalen ausprobieren möchten. Erstaunlicherweise gibt es keine automatische Tonhöhenquantisierung, was für ein fortschrittliches Tool wie Instrument X überrascht.

    Abschließend möchte ich noch die AI-Retake- und -Rewrites-Funktionen hervorheben, die mir im Test auch sehr gut gefallen hat. Anhand derer lassen sich in Sekundenschnelle Variationen von Pitch und Timbre generieren und ausprobieren, Timings verändern, Pitch-Toleranzen einstellen oder auch Artikulationen verändern. Echt genial!

    Dreamtonics Instrument X Test: Fazit

    Mit Instrument X hat Dreamtonics einen würdigen Begleiter für Synthesizer V Studio Pro 2 erschaffen, der auf der gleichen Technologie basiert und denselben Workflow bietet.  Durch das Nutzen neuronaler Netze kommt das Tool mit beeindruckend wenig Speicherplatz und geringer CPU-Auslastung aus, liefert aber dennoch authentische und realistische Orchesterklänge. Die Stärken liegen vor allem in Solo-Performances und den tiefgehenden Einstellungsmöglichkeiten, die von Artikulationen über Pitch-Verläufe bis hin zu Dynamik-Automationen reichen. Bei Ensembles konnte Instrument X im Vergleich zu herkömmlichen Sample-Librarys im Test nicht ganz überzeugen; es fehlt dem Klang noch an Dichte und Fülle. Dafür bietet das Plug-in moderne Features wie AI Retakes und Rewrites, die auf Klick Variationen vorhandener Sektionen erzeugen, automatische Smart-Artikulationen, Skript-Import sowie Importmöglichkeiten für Notationen und MIDI-Dateien. Über die verschiedenen Mikrofonierungen lässt sich der Klang zusätzlich formen und eine Tiefenstaffelung herstellen. Die vier zur Verfügung stehenden Aufnahmeräume klingen gut aber ziemlich trocken und direkt. Abhilfe schaffen die internen Effekte, zu den auch ein Reverb zählt. Diese sind allerdings eher als nette Beigabe für die Standalone-Version zu betrachten.

    Der größte Nachteil dieser Technologie ist, dass die Klangerzeugung nach jedem Eingriff gerendert werden muss. Abhängig von der Größe der Komposition, Anzahl bearbeiteter Noten und Leistung des Rechners dauert das wenige Sekunden oder mehrere Minuten. Beim Live-Einspielen wird dementsprechend nur der Standard-Piano-Sound wiedergegeben.

    Nichtsdestotrotz halte ich den Ansatz von Instrument X für zukunftsweisend. Um hochwertige Sample-Librarys ablösen zu können, reicht es aktuell noch nicht ganz. Das Tool ist aber eine gute Ergänzung zu bestehenden Librarys und vor allem für die interessant, die Kompositionen und Performances wirklich penibel programmieren wollen – entsprechende Möglichkeiten sind auf alle Fälle gegeben. Das aktuelle Repertoire von 15 Instrumenten ist ein guter Einstieg, der hoffentlich durch Keys, Gitarren und andere Instrumente erweitert wird.

    Der Preis von Instrument X ist in Anbetracht der aktuellen Marktsituation vertretbar. Die Complete Collection kostet mehr als doppelt so viel wie Orchester-Bundles von VSL und Spitfire Audio, aber nur gut die Hälfte des SWAM Orchester-Bundles von Audio-Modeling, das auf Physical Modeling basiert. Ein vergleichbares System, das Instrument X in Flexibilität, Funktionsumfang und Technologie ähnelt, gibt es aktuell nicht.

    Verfügbar ab: sofort
    Preis (UVP): ab 87,86 Euro
    Weitere Infos: Dreamtonics | Instrument X @ Plugin Boutique*

    Fotos: Hersteller, Screenshots

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