Mittwoch, 22. Juli 2026
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GForce Sequential Prophet 5 Test: Die Königsklasse aller Emulationen

von SoundChills
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GForce Sequential Prophet 5 Hero

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GForce haben mit Sequential kooperiert und die erste offizielle Emulation des Prophet 5 Synthesizers veröffentlicht. Und diese vereint alle drei Revisionen, kommt mit den originalen Presets und wurde um moderne digitale Features erweitert. Wir haben uns das Plug-in im Test angesehen.

Die auf Vintage-Synthesizer-Modeling spezialisierte Software-Schmiede ist bekannt für hochwertige und authentische Emulationen analoger Klangerzeuger. Diese Tradition soll nun mit der Veröffentlichung des neuen Prophet 5 fortgeführt werden, dessen Entwicklung in Zusammenarbeit mit Sequential entstand und die erste offizielle Emulation des legendären Synthesizers ist.

Das Plug-in lässt die Klänge des 1978 eingeführten Instruments wieder aufleben. Neben den originalen Presets bietet das Instrument unter anderem die Klangcharakteristiken aller Revisionen sowie moderne digitale Funktionen wie die X-Modifier.

Ob sich das Replika von GForce gegenüber anderen Emulationen durchsetzen und auch klanglich überzeugen kann, finden wir jetzt im Test heraus.

GForce Sequential Prophet 5 XMODs
Die X-Modificators erweitern den Prophet 5 sinnvoll und haben im Test für Begeisterung gesorgt.

GForce Sequential Prophet 5 Test: Übersicht

Die Nutzeroberfläche des GForce Sequential Prophet 5 ist nahezu identisch zum Original. Ganz oben gibt es allerdings eine Sektion, die die Signature-XMOD-Funktionen des Entwicklers sowie vier Effektmodule. Zwei der Effektmodule lassen sich frei mit einem von sechs Effekten belegen, beispielsweise Chorus, Phaser oder Kompressor. Die anderen beiden, Delay und Reverb, sind fest. Hinzu kommt noch ein dedizierter Pan Spread.

Die XMOD-Funktionen bieten einen LFO und einen ADSR-Hüllkurvengenerator. Das Besondere ist, dass nahezu jeder Drehregler individuell über diese beiden Modulatoren gesteuert werden kann. Dazu zählen unter anderem die Frequenz der Oszillatoren, Pulse Width, Filter Cutoff, Vintage, Pan und Time.

Kurz & knapp

➡ Der GForce Sequential Prophet 5 ist die erste offizielle Emulation des legendären Synthesizers.
➡ Für Producer, Komponisten & Sounddesigner
Fazit: Ein rundum gelungenes Plug-in, das hervorragend klingt und gekonnt die originalen Features des Synths mit modernen wie den X-MODs und Dual-Layer-Architektur kombiniert.

Zu den klassischen Einstellungsmöglichkeiten des Prophet 5 gehören unter anderem Parameter für die beiden Oszillatoren, Poly-Mod, LFO, Filter inklusive Hüllkurve sowie eine ADSR-Hüllkurve für den Amplifier. Die Emulation erlaubt darüber hinaus das individuelle Zuweisen von Modulationen für Velocity und Aftertouch sowie Umschaltmöglichkeiten zwischen Poly, Mono, Legato und Unisono.

Ebenfalls an Bord sind ein zuschaltbarer Arpeggiator sowie eine Akkordfunktion. Beide können Layer-spezifisch aktiviert werden.

Besondere Features

Der digitale Klon hat eine Handvoll zusätzlicher Funktionen, die erwähnenswert sind. Dazu gehört der Vintage-Drehregler. Dieser Parameter simuliert die subtilen Klangunterschiede der verschiedenen Revisionen des Prophet 5. Angefangen vom neuesten Modell, der Revision 4, reicht das Modeling bis zur ersten Revision.

Das Filter bietet einen eigenen Rev-Knopf, der zwischen dem Filter der ersten und zweiten sowie dem der dritten Revision umschaltet. Die Filter der Revisionen 1 und 2 nutzen den SSM2040 Chip von Dave Rossum. Revision 3 besitzt den CE3320 Chip von Doug Curtis. Erstere klingen etwas fetter und dunkler. Letzterer klingt sauberer und dünner.
Die Filtersektion bietet zudem eine Q-Kompensation. Diese soll den Verlust tiefer Frequenzen mindern, der durch das Erhöhen der Resonanz entsteht. Die sieben diskreten Stufen stammen aus der Revision 4, die dieses Feature durch ein Firmware-Update spendiert bekam.

GForce Sequential Prophet 5 Dual-Layer-Architektur

Dual-Layer-Architektur

Der GForce Sequential Prophet 5 unterstützt zwei Layer. Jeder Layer kann individuell bearbeitet werden, sodass zum Beispiel auch unterschiedliche Presets geladen werden können. Das steigert nicht nur die klangliche Vielfalt, sondern auch die Performance-Möglichkeiten. Die folgenden Modi stehen zur Auswahl:

  • A: Nur Layer A wird gespielt
  • B: Nur Layer B wird gespielt
  • Both: Beide Layer werden gespielt
  • Split: Das Keyboard wird in zwei Sektionen geteilt. Unterhalb des frei einstellbaren Split-Points wird Layer A gespielt. Oberhalb davon Layer B.
  • Alt: Beim Spielen wird automatisch zwischen den beiden Layern alterniert.
Vergleich Prophet 5 Emulationen von Arturia und Gforce
Im Vergleich: Links die Prophet-5-Emulation von Arturia, rechts die von GForce.

GForce Sequential Prophet 5 Test: Praxis

Da der GForce Sequential Prophet 5 als erste offizielle Emulation beworben wird, waren die Erwartungen an das Plug-in natürlich hoch. Leider befindet sich kein originaler Prophet 5 in meinem Besitz, sodass ein direkter Vergleich nicht möglich war.

Um einen ersten Eindruck des virtuellen Instruments zu bekommen, habe ich verschiedene Presets angespielt. Was ich sehr toll finde, ist, dass die Original-Presets auch integriert und in einer separaten Kategorie gelistet sind. Aber auch die neu designten klingen durch die Bank hervorragend und decken ein breites Spektrum an Sounds ab, von Bässen über Leads und Keys bis hin zu Pads und Soundeffekten.

Die Nutzeroberfläche ist übersichtlich gestaltet und in Sektionen gegliedert. Auch die Implementierung der X-Modifier und Effekte ist logisch aufgebaut und leicht zugänglich. Um einen Parameter via X-Modifier zu modulieren, muss es nur angeklickt werden und ist dann automatisch mit dem XLFO und der XADSR verknüpft. Auch das ist intuitiv und einfach umgesetzt, sodass es keinen komplexen oder verwirrenden Routings/Zuweisungen bedarf.

Bevor wir uns gleich den Möglichkeiten der Klanggestaltung widmen, möchte ich noch kurz auf den Klangcharakter des Plug-ins eingehen. Im Allgemeinen würde ich ihn als fett, organisch und warm beschreiben – wie man das von einer Emulation eines analogen Synthesizers erwartet. Durch die Auswahlmöglichkeit der Revision einschließlich der des Filters lassen sich zusätzlich Färbungen und Nuancen ins Spiel bringen, die den Vintage-Charme und die Lebendigkeit verstärken.

Im Vergleich zur Prophet-5-Emulation von Arturia* würde ich sagen, dass die hier vorliegende von GForce smoother und angenehmer klingt. Die von Arturia schien mir etwas spitzer und digitaler/cleaner.

Sounddesign mit dem GForce Sequential Prophet 5

GForce Sequential Prophet 5 Filtersektion

Von Haus aus bietet der Prophet 5 bereits viele Möglichkeiten, um Sounds zu designen. Diese werden aber durch die XMods von GForce um ein Vielfaches erweitert. Es ist praktisch möglich, jeden Drehregler zu modulieren, das ist echt der Hammer! Die lobenswert intuitive Integration von XLFO und XADSR ermöglichen mit wenigen Handgriffen das radikale Verformen eines Sounds zu etwas Neuem – übrigens kann auch der Vintage-Regler moduliert werden, sodass innerhalb eines Sounds ein stufenloses Morphing der verschiedenen Revisionen möglich ist. Mir hat das im Test großen Spaß gemacht. Vor allem bei längeren Klängen wie Bässen oder Pads können so spannende Evolutionen kreiert werden.

Ergänzt werden die Klangmöglichkeiten durch die Dual-Layer-Architektur des Plug-ins.  

Dadurch lassen sich komplexe Sounds designen, die ineinander verwobene Klangverläufe oder ungewöhnliche Texturen darbieten. Wer nicht zu tief ins Sounddesign einsteigen will, hat auch die Möglichkeit, einfach zwei Presets miteinander zu kombinieren und sich vom Resultat überraschen zu lassen. Oder man designt nur ein Layer, um ein Preset anzureichern. Und durch den Keyboard Split könnte man sogar live die Sounds alternieren und entweder solo oder in Kombination spielen.

GForce Sequential Prophet 5 Nutzeroberfläche Basic
Die Nutzeroberfläche des Gforce Sequential Prophet 5 in der vereinfachten Ansicht.

GForce Sequential Prophet 5 Test: Fazit

Mit dem Sequential Prophet 5 präsentieren GForce die erste offizielle Emulation des legendären Analogsynths. Die Funktionen des Originals wurden um die hauseigenen X-Modifier sowie weiteren modernen Funktionen wie Keyboard Split, Effekten und einem Akkord-Modus erweitert. Neben dem warmen, organischen Klang besticht das Plug-in durch eine wirklich gut konzipierte Handhabung, die sowohl das einfache Spielen des Instruments als auch ein umfangreiches Sounddesign  mit Dual-Layer-Architektur erlaubt.

Der GForce Sequential Prophet 5 dürfte aktuell eine der am besten klingenden und vielseitigsten Emulationen sein, die der Markt zu bieten hat. Klare Kaufempfehlung!

Verfügbar ab:sofort
Preis (UVP): 
83,29 Euro Einführungspreis bis 30. Juni 2026; regulär 118,99 Euro
Weitere Infos: 
GForce | Sequential Prophet 5 @ Plugin Boutique* | Sequential Prophet 5 @ Best Service*

Fotos: Hersteller, eigene

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