Auburn Sounds Lens: Balancer mit Equalizer & Kompressor

Auburn Sounds Lens ist ein Balancer-Plug-in, das es als kostenlose und kostenpflichtige Version gibt. Integrierte Equalizer und ein Multiband-Kompressor sorgen für einen ausgewogenen Mix.

Mit Lens veröffentlicht Auburn Sounds einen Balancer mit integrierten Equalizern und Multiband-Kompression. Das Plug-in gibt es als kostenlose, abgespeckte Variante sowie als kostenpflichtige Vollversion.

Die Analyse und Bearbeitung des Eingangssignals ist spektral. Via Selectivity kann die Empfindlichkeit zwischen 18 und 64 Bändern eingestellt. Aufgrund der spektralen Arbeitsweise hat der Entwickler auf Crossover-Frequenzen verzichtet. Dadurch sollen auch keine Phasenverschiebungen vorkommen.

>>> Baby Audio IHNY-2 Test: Haut Dich um! <<<

Der Multiband-Kompressor kann bis zu drei Bänder (Höhen, Mitten, Tiefen) bearbeiten. Ein Sidechain-Equalizer steht hier zudem zur Verfügung. Außerdem ist eine Vintage-Sektion vorhanden, mit der das Signal gesättigt werden kann.

Die Vollversion besitzt zusätzlich einen Expander.

Auburn Sounds Lens läuft unter Windows, Mac-OS und Linux. Die Formate VST, AAX, A und LV2 werden unterstützt.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): gratis, 49,35 USD Einführungspreis bis 21. September 2022; regulär 105 USD
Weitere Infos: Auburn Sounds

Foto: Hersteller

Baby Audio IHNY-2 Test: Haut Dich um!

Vor drei Jahren gingen Baby Audio mit dem I-Heart-NY-Kompressor an den Markt. Zum diesjährigen Geburtstag lässt der Hersteller das Plug-in wieder aufleben: überarbeitetes Design, neue Funktionen, mehr Punch – was Version 2 alles kann, zeigt der Baby Audio IHNY-2 Test.

Drei Jahre Baby Audio! Die kleine aber feine Plug-in-Schmiede hat es geschafft, sich mit hochwertigen und kreativen Tools bei Audioschaffenden zu etablieren. Ich durfte die Entwicklung von Baby Audio seit deren erster Veröffentlichung, dem I-Heart-NY-Kompressor, medial begleiten.

Nach wie vor freue ich mich über neue Produkte des Herstellers. Das Team rund um Gründer Caspar Bock schafft es auf beeindruckende Weise, kreative Effekte unter einer ansprechenden Oberfläche mit simpler Handhabung zu verstecken.

Genauso gespannt war ich, als Baby Audio im August ein neues Plug-in zum dreijährigen Geburtstag angeteasert hatte. Das musste ja wohl etwas Besonderes sein! Und genau das ist es auch! Zugegeben: Ich hatte eine Emulation des Synthesizers erwartet, den Baby Audio vor zirka zwei Jahren gekauft hatten. Doch mit IHNY-2 eine Neuauflage des allerersten hauseigenen Plug-ins zu bringen, ist auch ein absoluter Hammer – und schürt hohe Erwartungen! Sehen wir doch mal, was der neue Parallel-Kompressor alles kann…

Features:

  • Internes Signal-Splitting für Parallel-Kompression
  • Vielseitige Einstellungsmöglichkeiten
  • Solo-Modus zum Abhören des Wet-Signals
  • Für Windows & Mac-OS, VST, VST 3, AU & AAX
Baby Audio I Heart NY vs IHNY-2
Es hat sich einiges getan: Links der Baby Audio I-Heart-NY-Kompressor und rechts der neue IHNY-2.

Baby Audio IHNY-2 Test: Übersicht

Die Nutzeroberfläche von IHNY-2 ist gewohnt simpel gehalten. Mittelpunkt ist ein XY-Pad. Anhand dessen werden das Dry-Wet-Verhältnis auf der X-Achse und die Stärke der Kompression auf der Y-Achse eingestellt. Die „Sonne“, die auf den Bildern in der Mitte des XY-Pads zu sehen ist, visualisiert das eingehende Signal.

>>> Audio-Kompressoren: Was sie sind, welche es gibt & was sie tun <<<

Am unteren Fensterrand gibt es Slider für Autogain und Output. Ersterer ist durchaus ungewöhnlich, denn der Sinn von Autogain ist bekanntlich, dass Lautstärkeunterschiede automatisch ausgeglichen werden. Nur dann ist ein objektiver Vergleich zum unbearbeiteten Signal möglich. Das passiert auch beim IHNY-2. Laut dem Manual ist der Autogain-Slider quasi ein Plan B, sollte der integrierte Algorithmus doch einmal ein zu leises oder zu lautes Signal ausgeben. Hintergrund ist, dass ein konstantes Auto-Gaining in Echtzeit passieren muss, da Bewegungen im XY-Pad sich auf die Lautstärke auswirken.

Einstellungen

Ganz unten gibt es einen Knopf, der mit „Tweak“ beschriftet ist. Ein Klick darauf öffnet die Einstellungen:

  • Attack und Release
  • Ratio
  • Punch
  • Harmonics
  • Shape („Smiley-EQ“)
  • Tilt
  • Lo- und Hi-Preserve
Baby Audio IHNY-2 Tweak
Die Tweak-Controls bieten mehr Kontrolle über das Signal.

Praxis

Für den Baby Audio IHNY-2 Test habe ich das Plug-in als Parallel-Kompressor für Drums, Bass, Keys, Vocals und den Master-Bus eingesetzt.

Der eigene Charakter des Kompressors ist sehr ausgeprägt. Beim ersten Öffnen und der Default-Wetness von 50 Prozent hört man sofort einen Unterschied. Ich würde den Klang als punchig beziehungsweise aggressiv und fett beschreiben, was mir sehr gut gefällt und natürlich optimale Eigenschaften für Parallel-Kompression sind. Entsprechend setzten sich die Signale im Test nach der Bearbeitung mit IHNY-2 auch besser im Mix durch.

Besonders gut fand ich das Plug-in auf Vocals. Durch starkes Anheben der Harmonics bekommt man einen gesättigten, komprimierten Gesang. Das entspricht genau dem aktuellen Zeitgeist und spart nicht nur zusätzliche Arbeitsschritte, sondern auch Computer-Ressourcen. Wirklich toll!

Auch auf dem Master-Bus ließ sich noch die eine oder andere Nuance herausarbeiten. Der Eingriff fiel hier natürlich wesentlich subtiler aus, als auf den Einzelspuren. Dennoch kann eine leichte Brise Sättigung oder Aggressivität manchmal Wunder bewirken.

Darüber hinaus haben Baby Audio Vintage-Presets erstellt, die beispielsweise einen Tube Leveller und einen Levelling Amplifier beinhalten. Diese bieten sich perfekt für Mix- und Master-Busse an.

Baby Audio IHNY-2 Main
Die Sonne scheint im Baby Audio IHNY-2 Test 😜

Baby Audio IHNY-2 Test: Fazit

Gegenüber seinem Vorgänger bietet IHNY-2 wesentlich mehr Einstellungsmöglichkeiten – was ich sehr begrüße. Mir gefällt aber auch, dass man nur über das XY-Pad genauso schnell eine Parallel-Kompression einstellen kann, wie beim I Heart NY. Eine gelungene Verschmelzung von alten und neuen Features!

Der Klang des Kompressors ist im Allgemeinen fett, durchsetzungsstark und definiert. Es entsteht ein Vintage-Vibe, der gerade auf Bussen einen angenehmen Glue mit sich bringt.

Der Baby Audio IHNY-2 hat durch die Upgrades ein völlig neues Level erreicht und es meiner Meinung nach damit verdient, als „Must-Have“ bezeichnet zu werden!

Einziger Kritikpunkt ist das Metering. Da es kein technisches Metering im Sinne von Input, Output und Gain-Reduction gibt, ist man gezwungen, sich auf seine Ohren zu verlassen. Im Grunde befürworte ich diesen Ansatz beziehungsweise diese Vorgehensweise auch. Dennoch wären Anzeigen für die eben genannten drei Pegel eine willkommene Hilfestellung.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 39 USD Einführungspreis bis 30. September 2022; regulär 69 USD
Weitere Infos: Baby Audio

Pros:

  • Flexibilität
  • Eigener Klangcharakter
  • Handhabung

Cons:

  • Metering

Fotos: Hersteller, Eigene

Baby Audio IHNY-2: Zum Geburtstag zurück zu den Wurzeln

Lange angeteasert, nun endlich da: IHNY-2! Baby Audio feiern ihr dreijähriges Bestehen mit einem neuen Plug-in, das auf den Anfängen des Unternehmens basiert.

Baby Audio feiern ihr dreijähriges Jubiläum! Natürlich ist ein Jubiläum nichts, ohne ein besonderes Produkt – damit auch wir, die Nutzer, mitfeiern können. Das neue IHNY-2 geht zurück auf die Wurzeln des Entwicklers: IHNY-2 steht für I Heart New York-2.

Spätestens jetzt wird es bei Baby-Audio-Fans „Klick“ machen, denn das erste Plug-in der Software-Schmiede war der Parallel-Kompressor I Heart New York.

IHNY-2 ist die neue, bessere und zeitgleich Jubiläumsversion des Vorgängers. Das Plug-in ist nach wie vor ein Parallel-Kompressor, wurde allerdings komplett überarbeitet.

Die neue Nutzeroberfläche bietet ein XY-Pad, über welches das Wet/Dry-Verhältnis sowie die Kompressionsstärke eingestellt wird. Mit der Tweak-Sektion lassen sich Attack, Release, Ratio, Punch, Harmonics, Shape, Tilt sowie High- und Low-Preserve justieren.

Baby Audio IHNY-2 läuft unter Windows und Mac-OS. Die Formate VST, VST 3, AU und AAX werden unterstützt.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 39 USD Einführungspreis; regulär 69 USD
Weitere Infos: Baby Audio

Foto: Hersteller

Kush Audio Tweezer: Kompressor im 500er Format

Kush Audio Tweezer ist ein Contouring Compressor für geballten Vintage-Sound im 500er Format. Besondere Parameter sollen dem Klang eine einzigartige Kontur verleihen.

Mit Tweezer stellt Kush Audio einen kompakten Hardware-Kompressor als 500er Modul vor. Über vier Drehregler werden Drive und Threshold, Attack und Release, Curve (Knee) und Contour sowie Make-Up und Blend eingestellt.

>>> Audio-Kompressoren: Alles, was Du darüber wissen musst <<<

Die unabhängig agierende Verzerrungssektion, die vor die Kompression geschaltet ist (pre), soll sowohl einen sanften, warmen als auch harten, zerrenden Klang ermöglichen.

Für die klangliche Bearbeitung von Sidechain, Attack und Release steht ein Tilt-Equalizer zur Verfügung. Die integriere Parallelkompression kann via Blend hinzugefahren werden.

Der Kush Audio Tweezer ist übrigens ein VCA-Kompressor, der auch extrem kurze Attack- und Release-Zeiten erlaubt. Die Attack kann von 20 Mikrosekunden bis 70 Millisekunden eingestellt werden. Die Release bietet einen Spielraum von 20 bis 500 Millisekunden.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 549 USD
Weitere Infos: Kush Audio

Yum Audio & Mr. Bill Slap: Drum-Processing deluxe

Yum Audio & Mr. Bill Slap ist vielleicht der einzige Drum-Processor, den man noch braucht. Das Plug-in bietet weit mehr als herkömmliche Channelstrips – und damit sind nicht nur die integrierten Effekte gemeint…

Slap ist ein all-in-one Drum-Processor. Entwickelt wurde das Multi-Tool von Yum Audio in Zusammenarbeit mit Mr. Bill.

Wer ist Mr. Bill?

Mr. Bill ist in vielen Gebieten der Audioproduktion tätig, von Producing über Komposition bis hin zu Live-Streaming. Der Tausendsassa hat schon mit bekannten Künstlern wie Deadmau5, Virtual Riot und Infected Mushroom kollaboriert. In seinem Podcast „The Mr. Bill Podcast“ spricht er mit spannenden Gästen der Musikwelt, darunter Jordan Rudess (Dream Theatre) und Steve Duda (Xfer Records (Serum Synthesizer)).

Yum Audio & Mr. Bill Slap

Die obere Fensterhälfte von Slap teilen sich eine visuelle Anzeige für den Clicker und und ein Analyzer. Letzterer zeigt die Wellenformen des ausgehenden Drum-Signals in Echtzeit an.

>>> Tracktion Chop Suey Test: Operation Kickdrum<<<

Der Clicker kann den Klang eines Transienten ersetzen. Dafür wird das Eingangssignal analysiert. Wenn der Transient identifiziert ist, kann er durch einen anderen Click-Sound ersetzt werden. Zur Auswahl stehen einige im Factory-Clicks. Eigene Clicks können aber auch importiert werden.

Klangbearbeitung

In der unteren Fensterhälfte fallen zuerst die sechs Effektmodule auf:

  • Shape: Transient-Shaper
  • Fat: Ein Multiband-Kompressor, der für Fatness und Punch sorgt
  • Clap: Fügt dem Klang eine synthetische Clap zu
  • Spray: Fügt Reverb & Sustain hinzu
  • Clipper: Clipping mit Punish- & Timber-Regler
  • Sub: Bass – damits auch schön schiebt ;P

Die Effekte können via drag&drop frei geroutet werden, was eine serielle Schaltung vermuten lässt.

Natürlich dürfen bei einem all-in-one Drum-Processor Kompressor und Equalizer nicht fehlen. Diese sind bei Yum Audio & Mr. Bill Slap eher spartanisch aus – sind aber vorhanden:

  • Control (Im Bild oben „Squash“): Kompression/Glue
  • Low Cut: Lowcut-Filter
  • Smooth (Im Bild oben „Tame“): Filtert störende Frequenzen (vielleicht wie ein Highshelf-Filter?)

Darüber hinaus ist Slap mit einem Tune- und FX-Amount-Regler ausgestattet. Letzterer steuert den Effektanteil.

Specs, Verfügbarkeit & Preis

Yum Audio & Mr. Bill Slap läuft auf Windows und Mac-OS. Die Formate VST 3, AU und AAX werden unterstützt.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 89 Euro Einführungspreis; regulär 129 Euro
Weitere Infos: Yum Audio

Foto: Hersteller

Heritage Audio Herchild Model 670: Fairchild 2.0

Heritage Audio Herchild Model 670 ist ein Replika des legendären Fairchild 670. Die Ansprache und der Klang des Herchild Model 670 sollen identisch zum Original sein. Auch das Aussehen erinnert auf den ersten Blick an den Fairchild 670… bis auf die zusätzlichen Drehregler.

>>> Alles über Kompressoren:
Arten, Einstellungen und Anwendungsgebiete <<<

Herchild Model 670 ist ein zweikanaliger Röhrenkompressor. Neben den „traditionellen“ Einstellungsmöglichkeiten von Input Gain und Time Const bietet die Heritage-Audio-Version zusätzlich AC Threshold, DC Threshold sowie ein Sidechain-Filter. Außerdem kann der Röhrenkompressor in vier verschiedenen Modi genutzt werden:

  • Link (stereo)
  • Lat/Vert (Mid/Side)
  • Lat/Vert Link
  • Individual
Die Rückseite des Heritage Audio Herchild Model 670
Beeindruckender Anblick: Die Rückseite des Herchild Model 670. Die 22 Röhren sind gut in der Mitte zu sehen.

Das Heritage Audio Herchild Model 670 ist mit 22 Röhren und neun Transformern bestückt. Ein Frequenzgang von 40 Hz bis 15 kHz (+/- 1 dB) wird abgedeckt. Das Eigenrauschen des Analoggeräts liegt unter -82 dBu.

Die Hardware bringt 13,3 kg auf die Waage. Die Abmessungen des Röhrenkompressors sind (B x H x L) 48,2 x 26,5 x 20 cm beziehungsweise 6 HE im Rack.

Übrigens gibt es das Herchild Model 670 auch als einkanalige Variante – als Herchild Model 660.

Verfügbar ab: Voraussichtlich Juli 2022, Vorbestellung bereits möglich
Preis (UVP): 5.999 Euro (Heritage Audio Herchild 660), 10.899 Euro (Heritage Audio Herchild 670)
Weitere Infos: Heritage Audio

Fotos: Hersteller

Audio-Kompressoren: Was sie sind, welche es gibt & was sie tun

Es ist unerlässlich, Kompression für ein ausgewogenes Audiosignal anzuwenden, egal ob für Musik, Filmton oder Sprache. Doch ein Audio-Kompressor muss nicht strikt nur zur Dynamikkontrolle eingesetzt werden, sondern kann auch den Klang färben oder einen Effekt kreieren.

Welche Kompressoren es gibt, welche Parameter sie bieten und wie sie eingesetzt werden, habe ich in diesem Artikel zusammengefasst.

Kompressor auf einem Mischpult

Audio-Kompressor: Parameter

Bevor wir auf die verschiedenen Arten von Audio-Kompressoren eingehen, werfen wir einen Blick auf deren Einstellungsmöglichkeiten. Es ist wichtig zu verstehen, was die Parameter bewirken, denn deren Verhalten variiert von einer Kompressor-Art zur anderen.

  • Threshold: Schwellenwert. Dieser definiert, ab welchem Dezibelwert der Kompressor reagiert. Signalanteile unterhalb dieser Schwelle passieren ohne Bearbeitung.
  • Attack: Einschwingzeit. Die Attack beschreibt die Zeit die der Kompressor braucht, um zu arbeiten. Eine Attack-Zeit von beispielsweise 20 ms bedeutet, dass der Kompressor erst 20 ms nach Signaleingang einsetzt.
  • Release: Ausschwingzeit. Die Release gibt an, wie lange es dauert, bis der Kompressor wieder aufhört zu arbeiten.
  • Ratio: Kompressionsverhältnis. Mit der Ratio wird die Stärke der Kompression eingestellt. Typischerweise im „zu-eins“-Format: 2:1, 4:1, … Bei einer Ratio von 10:1 oder höher spricht man von „Limiting„.
  • Knee: Kompressionskurve. Das Knee kann man sich ähnlich wie einen Wet/Dry-Regler vorstellen. Es bestimmt den Übergang in die Kompression. Ein soft knee sorgt für einen sanften Übergang. Ein hard knee für eine schnell einsetzende, meist hart klingende Kompression.

Einige Audio-Kompressoren, vor allem im Plug-in-Bereich, bieten zusätzliche Parameter. Die geläufigsten sind wohl Drehregler für In- und Output. Aber auch Filter, Saturation-Regler oder andere Einstellungen für die Klangfärbung sind manchmal vorhanden. Ein gutes Beispiel dafür ist der Black Rooster Audio VLA-2A Mark II.

Black Rooster Audio KH-Comp1
Der KH-Comp1 von Black Rooster Audio geht über die traditionellen Einstellungsmöglichkeiten hinaus.

Welche Arten von Audio-Kompressoren gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen vier verschiedenen Arten von Audio-Kompressoren: VCA, FET, Opto und Tube. Sehen wir uns das mal genauer an…

VCA-Kompressoren

VCA steht für „Voltage Controlled Amplifier“. Dieser Kompressor wird als durch Spannung gesteuert. Die Verstärkung (Amplification) wird von der Steuerspannung vorgegeben und ist daher abhängig vom Eingangssignal. VCA-Kompressoren erlauben meist das Einstellen von Attack- und Release-Zeiten, die auch durchaus sehr kurz gewählt werden können. Als Beispiel sei der Red-3-Kompressor von Focusrite genannt, dessen Release-Zeit auf extrem kurze 0,1 ms eingestellt werden kann.

Weitere bekannte Vertreter von VCAs sind der DBX 160, Vertigo Sound VSC-3, Empirical Labs Distressor sowie der SSL G-Series Bus Comp.

Vertigo Sound VSC-3
Der Vertigo Sound VSC-3.

VCA-Kompressor: Anwendung

Durch ihre hohe Flexibilität und Präzision eignen sich VCA-Kompressoren für jegliches Audiomaterial. Sowohl perkussive Klänge und Transienten als auch die Dynamik im Allgemeinen lassen sich gut mit dieser Art Kompressor kontrollieren. Zudem gibt es eine große Bandbreite an VCA-Kompressoren auf dem Markt, die nicht alle neutral klingen, sondern durchaus auch klangfärbende Eigenschaften mit sich bringen.

FET-Kompressoren

FET steht für „Feldeffekttransistor“. FET-Kompressoren könnte man als Weiterentwicklung von Röhrenkompressoren ansehen: Sie färben den Klang bei der Bearbeitung, agieren allerdings nicht so träge wie Röhrenkompressoren. Im Gegenteil, es sind sogar extrem kurze Attack-Zeiten möglich. FETs reagieren übrigens auf das gesamte elektrische Eingangssignal und nicht, wie VCA-Kompressoren, nur auf Spannung.

Zu den bekanntesten FET-Kompressoren gehören der Urei/Universal Audio 1176, Lindell 7X-500, Drawmer 1973 und der Softube FET-Comp.

Drawmer 1973
Vorder- und Rückseite eines absoluten Studio-Klassikers: Drawmer 1973.

FET-Kompressor: Anwendung

FET-Kompressoren sind für eine starke, färbende Kompression bekannt, die oft auch als aggressiv beschrieben wird. Diese Eigenschaften wiederum werden mit „Punch“ in Verbindung gebracht. Daher eignen sich FETs auf Signalen, die sich im Mix durchsetzen sollen. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Snaredrum. Aber auch auf Bässen oder als Parallel-Kompressor kann ein FET gute Dienste leisten.

„Je heller das Licht, desto höher der Wiederstand.“

Opto-Kompressoren

Opto-Kompressoren verfolgen einen völlig anderen Ansatz, als die beiden oben genannten Kompressor-Arten. Im Inneren von optischen Kompressoren steuert die Stärke des anliegenden Signals die Helligkeit einer Glühbirne oder eines anderen Leuchtmittels. Die Lichtquelle wiederum beeinflusst einen lichtempfindlichen Wiederstand. Je heller das Licht, desto höher der Wiederstand. Je höher der Wiederstand, desto stärker die Kompression.

Zu den nennenswerten Vertretern von Opto-Kompressoren gehören unter anderem der Teletronix LA-2A, Tone Empire Opto Red, Brainworx Millennia und der Tube-Tech CL 2A.

Teletronix LA-2A
Der Teletronix LA-2A.

Opto-Kompressor: Anwendung

Opto-Kompressoren wird ein weicher, neutraler Klang nachgesagt, der auch bei höheren Pegeln verzerrungsarm bleibt. Daher eignen sich Optos beispielsweise für den Einsatz auf Vocals und Bässen.

Tube-Kompressoren

Tube- beziehungsweise Röhrenkompressoren wurden ursprünglich für Broadcasting entwickelt. Entsprechend wurde von ihnen verlangt, Audiosignale auf einem konstanten, gleichmäßigen Level zu halten. Aber warum dann auf Röhren setzen? Dienen Röhren in erster Linie nicht der Klangfärbung?

Nun ja, das tun sie durchaus auch. Allerdings gilt es zu bedenken, dass Tube-Kompressoren Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt wurden und die technischen Möglichkeiten damals wesentlich beschränkter waren.

Röhrenkompressoren arbeiten nicht linear, sodass die Verstärkung einer Röhre in Abhängigkeit zur Eingangsquelle steht. Außerdem steigt die Ratio der Kompression mit dem Anstieg des Eingangssignals, was für eine Levelierung der Lautstärke sorgt. Genau der Effekt, den man sich für Rundfunk gewünscht hat!

Bekannte Vertreter von Tube-Kompressoren sind der Universal Audio Fairchild 670, Tegeler Audio VTC und der Kush Audio AR-1.

Tegeler Audio VTC-2
Der VTC der Berliner Manufaktur Tegeler Audio.

Tube-Kompressor: Anwendung

Röhrenkompressoren haben langsame Regelzeiten und eignen sich daher nicht für perkussive Klänge oder zum herausarbeiten von Transienten. Die Stärken von Röhren liegen eher, wie oben erwähnt, in der Levelierung. Daher eignet sich diese Art Kompressor für Summen beziehungsweise Busse und kann den beliebten „glue“ verleihen. Außerdem haben Tube-Kompressoren klangfärbende Eigenschaften und können einen fetten, warmen, analogen Sound erzeugen.

>>> HÖRBEISPIELE KOMPRESSOREN <<<

Kush Audio AR-1
Der AR-1-Plug-in-Kompressor von Kush Audio.

Special: Mastering-Kompressoren

Was unterscheidet einen Mastering-Kompressor von anderen Audio-Kompressoren? Beim Mastern geht es darum, einen einheitlichen Mix mit einem homogenen Klangbild zu bekommen. Die Dynamik soll gezügelt und der Mix verdichtet werden, allerdings ohne Transienten zu unterdrücken.

Eine Pauschalantwort, was einen Mastering-Kompressor ausmacht, gibt es meiner Meinung nach nicht. Er sollte sehr flexibel sein und auch schnelle Attack-Zeiten bieten. Vielleicht sogar den Klang leicht färben, wobei dies natürlich Geschmackssache ist und vom Ausgangsmaterial abhängt.
Kurz gesagt: Ein Mastering-Kompressor ist eine gelungene Mischung aus den oben genannten Kompressor-Arten.

Bekannte Mastering-Kompressoren: Shadow Hills Mastering Comp, PSP Master Comp, UAD Manley Vari-Mu, Leapwing Audio Dyn One.

Shadow Hills Class A Mastering Compressor Plug-in by Brainworx
Die Emulation des Shadow Hills Mastering Compressors von Brainworx.

Audio-Kompressor: Kompressionstechniken

Parallel-Kompression

Bei der Parallel-Kompression, auch New York Compression genannt, wird das Ursprungssignal dupliziert (oder als Send in einen freien Kanal geschickt). Das Duplikat kann stärker bearbeitet werden, zum Beispiel im Hinblick auf Punch oder Durchsetzungskraft. Das duplizierte Signal wird anschließend dem Originalsignal beigemischt.

Parallel-Kompression hilft dabei, die Dynamik der originalen Klangquelle beizubehalten. Drums kann somit beispielsweise mehr Punch und Härte verliehen werden. Vocals können kräftiger und durchsetzungsfähiger (aka „in your face“) klingen. Einem Bass kann durch einen färbenden Audio-Kompressor eine Klangfarbe beigemischt werden…

Sidechaining

Sidechaining beschreibt einen externen Signaleingang, der dem Originalsignal zugeführt wird. Diese Technik wird häufig in elektronischer Musik wie EDM, Dubstep und Trap eingesetzt. Die Sidechain beeinflusst die Bearbeitung beziehungsweise Kompression des Originalsignals. Oftmals wird Sidechaining quasi als „Ducking“-Effekt genutzt.

Ein klassisches Beispiel hierfür ist das Zusammenspiel von Kickdrum und Bass. Damit die Kickdrum trotzdem hörbar und durchsetzungsfähig bleibt, wird sie per Sidechain dem Bass zugeführt. Durch entsprechende Einstellungen im Audio-Kompressor sollte der Bass immer dann kurz leiser werden, wenn die Kickdrum spielt. Man könnte aber auch den Bass durch Backing Vocals und die Kickdrum durch Main Vocals ersetzen, damit letztere präsent und verständlich bleiben.

Audio-Kompressoren Kollage

Abschluss

Ich hoffe, mit diesem Artikel eine fundierte Grundlage über Audio-Kompressoren geben zu können. Um die passende Einstellung für einen Audio-Kompressor zu finden, bedarf es einiger Erfahrung. Nichtsdestrotrotz macht auch hier Übung den Meister.

Es ist mir abschließend wichtig, nochmal zu erwähnen, dass ein Audio-Kompressor auch als Kreativwerkzeug eingesetzt werden kann – und durchaus soll. Gerade die Parallel-Kompression bietet Spielraum für Experimente.

Doch bei all der funkensprühenden Kreativität sollte immer die Dynamik des Signals im Auge behalten werden. Ein „totkomprimiertes“ Signal wird keine Freude beim Hören bereiten.

Fotos: Screenshots/Hersteller

Techivation T-Compressor: Serielle Dynamikbearbeitung

T-Compressor heißt das neueste Plug-in aus dem Hause Techivation. Das Plug-in bietet vier Kompressionsmodi (clean, crispy, warm, thick) sowie eine visuelle Anzeige – wahlweise als VU-Meter oder Graph. Das Spannende am Techivation T-Compressor ist die serielle Arbeitsweise: Bis zu drei T-Compressors können innerhalb der selben Plug-in-Instanz geladen werden. Dabei lässt sich jeder der drei Kompressoren individuell einstellen.

Das Audiosignal durchläuft dann die Kompressoren der Reihe nach:
Input –> T-Compressor 1 –> T-Compressor 2 –> T-Compressor 3 –> Output

T-Compressor läuft als VST, VST 3, AU und AAX unter Windows und Mac-OS.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 39 USD Einführungspreis bis 30. April 2022; regulär 49 USD
Weitere Infos: Techivation T-Compressor

Foto: Hersteller

Gratis Plug-ins von Brainworx, iZotope & Native Instruments!

Native Instruments, iZotope und Plugin Alliance/Brainworx haben eine neue Partnerschaft unter dem Namen „Soundwide“ geformt. Um auf sich aufmerksam zu machen bieten alle Hersteller bis 26. April 2022 folgende hauseigene Plug-ins kostenlos an:

Native Instruments:
Ethereal Earth (benötigt mindestens den kostenlosen Kontakt-Player)

iZotope:
Neutron Elements

Plugin Alliance/Brainworx:
Black Box Analog Design HG-2
Shadow Hills Mastering Compressor
Ampeg SVT
bx_masterdesk
bx_oberhausen
bx_console Focusrite SC


Das PA Soundwide Welcome Bundle im Wert von 1544 USD erhält man bei Plugin Alliance mit dem Voucher Code „JOINSOUNDWIDE“ (beim Checkout eingeben) kostenlos.

Zudem gibt es mit dem Code „SOUNDWIDE2022“ zehn Prozent Rabatt in den Shops der beteiligten Hersteller – ebenfalls bis 26. April 2022.

Weitere Infos: Plugin Alliance / Native Instruments

Foto: Hersteller

Black Rooster Audio VLA-2A Mark II: Legendärer Kompressor in neuem Glanz

Die deutsche Plug-in-Schmiede Black Rooster Audio hat der hauseigenen Emulation des Teletronix/Universal Audio LA-2A ein Update spendiert. Der Black Rooster Audio VLA-2A Mark II bietet nun unter anderem jeweils einen Drehregler zum Einstellen von Emphasis, Make-Up-Gain und Dry/Wet. Zudem kann via Cell-Sel zwischen drei verschiedenen Opto-Zellen ausgewählt werden:
– A: Soft knee/Low ratio
– B: Soft knee/Higher ratio
– C: Hard knee/Higher Ratio

Für Besitzer des Vorgängers VLA-2A Mark I ist das Upgrade auf Mark II kostenlos.

Black Rooster Audio VLA-2A Mark II läuft unter Windows und Mac-OS. Die Formate VST, VST 3, AU und AAX werden unterstützt.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 119 Euro
Weitere Infos: Black Rooster Audio VLA-2A

Foto: Hersteller