Tracktion Waveform Free: Neue Features für gratis DAW

Tracktion hat die kostenlose Version der hauseigenen DAW aktualisiert. Waveform Free präsentiert sich nicht nur in einem neuen Look, sondern wurde auch um einige Features und besserer Engine erweitert.

Tracktion Waveform Free ist laut Entwickler die einzige kostenlose, plattformübergreifende und uneingeschränkte DAW der Welt. Diese hat nun ein Update spendiert bekommen:

Der Browser wurde überarbeitet und der kostenpflichtigen Version, Waveform Pro 12, angeglichen. Außerdem sind sechs neue Utility-Plug-ins dazugekommen. Zu diesen zählen ein Covert-to-Mono-Tool sowie ein Spektrum-Analyzer. Alle 15 Stock-Plug-ins von Waveform Free haben zudem ein neues Aussehen und neue Funktionen bekommen.

Darüber hinaus wurde die Audio Engine komplett überarbeitet. Die DAW ist nun weniger ressourcenhungrig und kann die Vielzahl an Kernen modernen CPUs besser nutzen.

Tracktion Waveform Free läuft unter Windows, Mac-OS und Linux (getestet auf Ubuntu).

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): gratis, (Waveform Pro 12) 149 USD
Weitere Infos: Tracktion

Foto: Hersteller

Tracktion Dan Dean Essential Bass Collection Test: Rund, warm & voll

Mit der Dan Dean Essential Bass Collection wagt sich Tracktion erstmals in die Gefielde der Saiteninstrumente vor. Sechs Bässe wurden in Zusammenarbeit mit Dan Dean gesamplet und in die virtuelle Welt portiert.

Im schwer umkämpften Plug-in-Markt versucht sich Tracktion mit der Dan Dean Essential Bass Collection im Bereich der Saiteninstrumente zu platzieren. Dafür hat sich der amerikanische Hersteller mit Multi-Instrumentalist, Producer, Komponist und Software-Entwickler Dan Dean zusammengetan. Das Resultat sind sechs virtuelle Bässe, die aus der persönlichen Kollektion Deans stammen und von ihm persönlich aufgenommen wurden.

Lull Jazz Bass-Gitarre
Die Nutzeroberfläche der Dan Dean Essential Bass Collection wird passend zum ausgewählten Bass dargestellt.

Dan Dean Essential Bass Collection Test: Übersicht

Die Tracktion Dan Dean Essential Bass Collection beinhaltet die folgenden Bass-Gitarren:

  • Fender Telecaster
  • Fender Precision
  • Alembic Spoiler
  • Alembic Fretless
  • Washburn Fretless
  • Lull Jazz

Die frei skalierbare Nutzeroberfläche ist Einstellungsseitig praktischerweise für alle Instrumente gleich. Lediglich das Abbild der Bass-Gitarre und das Farbschema ändern sich mit der Auswahl einer Bass-Gitarre.

Die Oberfläche ist ansprechend und übersichtlich gestaltet. Der Pitch kann via Octave- und Semitone-Regler justiert werden. Zudem kann der Spielraum von Pitchbend (up und down) angegeben werden. Dieser erstreckt sich von -60 bis +60 Halbtönen.

Features:

  • 6 Bass-Gitarren
  • 6 emulierte Verstärker
  • Integriertes Effekt-Rack
  • Verschiedene Spielweisen zur Auswahl

Unterhalb der Pitch-Sektion können Decay und Release der Hüllkurve eingestellt werden. In der daneben befindlichen Output-Sektion werden Velocity und Lautstärke (Volume) eingestellt. Der Velocity-Regler bestimmt, wie stark der Bass auf die eingespielte Anschlagsstärke reagiert. Steht Velocity auf 0, wird die Anschlagsstärke nicht einbezogen. Ganz aufgedreht wird das Signal so wiedergegeben, wie es eingespielt wird.

Der Release-Noise-Regler (Rel Noise) stellt die Lautstärke der Release-Samples ein, die nach dem Spielen einer Note ausgelöst werden. Dies soll für einen natürlichen Klang sorgen. Je stärker die Velocity, desto lauter das Release Noise. Entsprechend lässt sich hier die Balance noch anpassen.

>>> Cableguys & Nicky Romero Kickstart 2 Test: Drop the bass <<<

Darüber hinaus kann Glide wahlweise aktiviert werden. Glide Rate, Glide-Art (Portamento/Glissando) und Legato bestimmen das Verhalten. In der Voices-Sektion wird die maximale Anzahl der Stimmen festgelegt. Je mehr Stimmen, desto höher die CPU-Last. Außerdem lassen sich hier ein Mono- und MPE-Modus aktivieren sowie der Kammerton (Tune) einstellen.

Die über 100 mitgelieferten Presets geben Starthilfe – allerdings mit einem kleinen Haken. Auf diesen komme ich im Praxis-Teil des Dan Dean Essential Bass Collection Tests nochmal zurück.

Tracktion Dan Dean-Essential Bass Collection Presets
Der Preset-Browser.

Bass-Verstärker

Natürlich darf bei einem Bass der Verstärker nicht fehlen. Die Tracktion Dan Dean Essential Bass Collection ist mit sechs emulierten Amps ausgestattet, die nach ihrer Charakteristik benannt sind:

  • Modern
  • Acoustic Bass
  • Subtle
  • Classic
  • Vintage
  • Round
  • Wooden

Welche Amps genau als Vorbilder für die Emulationen gedient haben, verrät Tracktion nicht. Auf Nachfrage erklärt der Entwickler, dass zwar ausgewählte Moderne und Vintage-Verstärker emuliert wurden, aber nicht gänzlich. Deshalb können keine konkreten Namen genannt werden. Die virtuellen Amps sind aber von den Hardware-Geräten inspiriert.

Dan Dean Essential Bass Collection Test: Effekte

Plug-in-typisch ist auch die Bass Collection mit integrierten Effekten ausgestattet. Equalizer, Distortion, Phaser, Chorus, Kompressor, Filter, Delay und Reverb können nach Geschmack eingesetzt werden. Maximal fünf Effekte können simultan dazu gefahren werden. Effektslot 1 ist fest mit dem Equalizer belegt. Die vier weiteren Slots stehen zur freien Verfügung.

Die Effekte sind in Reihe, von links nach rechts, geschaltet. Das gesamte Effektlevel kann über den großen FX-Regler auf der Hauptseite dosiert werden.

Tracktion Dan Dean Essential Bass Collection Test: Effekte
Die integrierten Effekte haben einen guten Eindruck im Dan Dean Essential Bass Collection Test gemacht.

Praxis

Zu Beginn fällt gleich positiv auf, dass man über den Browser zwischen den verschiedenen Bässen wechseln kann, ohne dafür einzelne Plug-in-Instanzen laden zu müssen. Anhand der Presets lässt sich ohne große Mühe ein passender, grundlegender Bass-Sound finden.

Apropos Presets: diese sind etwas zwiespältig zu betrachten. Es gibt zwei Hauptkategorien, die mit „Dan Dean Essential Bass“ und „Dan Dean Essential Bass FX“ beschriftet sind. Bei den Bass-Gitarren selbst kann man zwischen verschiedenen Spielweisen, wie Plektrum, Finger und Slap, wählen.

Die FX-Kategorie beinhaltet Presets für die integrierten Effekte. Diese können frei mit Bass-Gitarren-Presets kombiniert werden. An für sich ist diese Beigabe eine tolle Sache. Allerdings hatte ich bei den über 100 verschiedenen Presets welche erwartet, die sich rein auf die Bässe beziehen und nicht auch auf die Effekte.

Doch zurück zum Dan Dean Essential Bass Collection Test: Die Oberfläche des Plug-ins ist übersichtlich gestaltet, sodass man sich schnell zurecht findet. Die Klanqualität ist beeindruckend. Man hat wirklich das Gefühl, einem Bass-Gitarristen zuzusehen und die Schwingungen der Saiten wahrzunehmen. Auch wenn die Envelope-Sektion nur Decay- und Release-Regler hat, lässt sich damit doch viel anstellen. Die Attack wird über die oben genannte Spielweise beeinflusst. Anhand dieser durchaus gering erscheinenden Einstellungen kann der Klang schnell und unkompliziert geformt werden.

Verstärker & Effekte

Die integrierten Amps klingen ebenfalls sehr angenehm. Verschiedene Nuancen lassen sich dem Klang mit ihrer Hilfe hinzufügen. Leider gibt es keine Einstellungsmöglichkeiten, mit denen man den Klang noch etwas hätte beeinflussen können.

Der Feinschliff erflogt mit den Effekten. Mir gefällt gut, dass sich Tracktion auch hier Mühe gegeben hat. Der Kompressor hat ein Input-, Gain-Reduction- und Output-Meter. Es gibt verschiedene Distortion- und Reverb-Typen und ein Filter, das mit Redux, Sallen-Key-LP und Comb auch Kreativität zulässt.

Tracktion Dan Dean Essential Bass Collection Test: Alembic Spoiler
Die Alembic Spoiler Bass-Gitarre.

Dan Dean Essential Bass Collection Test: Fazit

Die Tracktion Dan Dean Essential Bass Collection bietet eine vollwertige Kollektion von Bass-Gitarren inklusive Amp-Emulationen und Effekten. Beim Sampling hat sich Dan Dean große Mühe gegeben – das hört man nicht nur, sondern spürt es auch. Die Klangqualität ist hervorragend und natürlich. Dafür sorgen nicht zuletzt die Einstellungsmöglichkeiten von Velocity und Release Noise.

Einstellungsseitig scheint die Collection auf den ersten Blick etwas spartanisch, hat aber alles, was man braucht. Vor allem das einfache Wechseln zwischen verschiedenen Bässen empfinde ich als großen Pluspunkt – und als große Zeitersparnis.

Insgesamt ist die Essential Bass Collection ein hervorragendes virtuelles Instrument und hat mich im Test überzeugt. Der Preis von etwa 97 Euro für die sechs Bass-Gitarren und Verstärker geht absolut in Ordnung.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 99 USD
Weitere Infos: Tracktion

Pros:

  • Einfaches Wechseln zwischen verschiedenen Bässen
  • Amp-Emulationen & Effekte integriert
  • Sehr hohe Klangqualität
  • Velocity & Release-Notes einstellbar

Cons:

  • Keine Einstellungsmöglichkeiten der Amps

Tracktion Dan Dean’s Essential Bass Collection

Tracktion Dan Dean’s Essential Bass Collection ist eine virtuelle Sammlung verschiedener Bass-Gitarren. Alle Bässe stammen aus Dean’s Sammlung und wurden persönlich von ihm gesamplet.

Der amerikanische Entwickler Tracktion hat sich mit Produzent und Multi-Instrumentalist Dan Dean zusammengetan. Das Resultat ist die Tracktion Dan Dean’s Essential Bass Collection.

Zu entdecken gibt es sechs virtuelle Bass-Gitarren aus der persönlichen Kollektion von Dan Dean:

  • Alembic Fretless
  • Alembic Spoiler
  • Fender Telecaster
  • Fender Precision
  • Washburn Fretless
  • Lull Jazz

Die Nutzeroberfläche von Dan Dean’s Essential Bass Collection bietet Einstellungsmöglichkeiten für Pitch, Pitchbend, Envelope und Output. Zudem können Glide und die Anzahl der Stimmen angepasst werden.

Natürlich darf bei einem Bass der Verstärker nicht fehlen. Die folgenden sieben Amps stehen zur Auswahl:

  • Vintage
  • Round
  • Wooden
  • Subtle
  • Classic
  • Acoustic
  • Modern

Tracktion Dan Dean’s Essential Bass Collection ist zudem mit verschiedenen Effekten ausgestattet. Zur Verfügung stehen Equalizer, Chorus, Kompressor, Distortion, Phaser, Filter, Delay und Reverb. Der gesamte Effektanteil kann via eines Master-FX-Reglers hinzugefahren werden.

Dan Dean’s Essential Bass Collection läuft unter Windows, Mac-OS und Linux (getestet auf Ubuntu). Die Plug-in-Formate VST 2, VST 3 und AU werden unterstützt.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 70 USD Einführungspreis bis 15. Juli 2022; regulär 99 USD
Weitere Infos: Tracktion

Foto: Hersteller

Tracktion Novum: Back to the Layers

Tracktion Novum ist ein virtueller granularer Synthesizer, der Samples in Layer zerlegt. Klanglich Eigenschaften verschiedener Sounds können kombiniert werden, um so völlig neue Sounds zu kreieren.

Entwickelt wurde Tracktion Novum von Peter V, aka Dawesome, der auch hinter Abyss und Chop Suey steckt. Sein neustes Werk, Novum, ist ein granularer Synthesizer – aber natürlich kein „normaler“. Das virtuelle Instrument spaltet ein Sample in sechs Layer. Samples können aus den über 300 Presets geladen oder via Drag & Drop importiert werden.

Novum zerlegt einen Klang in dessen natürliche Töne. Man kann es sich so vorstellen, dass ein Drum-Track in seine Instrumente wie Bassdrum, Hi-Hats, etc. gesplittet wird. Nur dass das eben auch bei „puren“ Klängen wie einem Bass-Sample passiert.

Jedes der sechs Layer kann deaktiviert werden. Somit können auch einfach nur störende Klanganteile eliminiert werden. Das wirklich Spannende ist aber die Kombination verschiedener Sounds beziehungsweise deren Charakteristika. Zum Beispiel kann ein Pad die Klangfarbe einer Bell bekommen. Oder ein Filter Sweep mit dem Klang einer Gitarre kombinieren.

Die fünf Tabs Timbre, Env, Syn, FX und Mod stehen für die Klangbearbeitung bereit. Hier können unter anderem die Grains eingestellt und Effekte hinzugefahren werden. Außerdem lassen sich die verschiedenen Parameter beliebig modulieren: LFO, Velocity, Pressure, Slide und viele mehr stehen zur Auswahl.

Tracktion Novum ist MPE kompatibel und läuft unter Windows und Mac-OS. Die Formate VST 3 und AU werden unterstützt.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 125 USD Einführungspreis bis 1. Juli 2022; regulär 179 USD
Weitere Infos: Tracktion

Foto: Hersteller

Tracktion Chop Suey Test: Operation Kickdrum

Tracktion Chop Suey vereint das Wissen eines bekannten Techno-Produzenten mit der Erfahrung eines szenebekannten Programmierers. Das Resultat ist ein vielseitiger Baukasten für elektronische Kickdrums, der Chop Suey getauft wurde. Langwierige Suchen nach geeigneten Samples und aufwändiges Layern sollen damit der Vergangenheit angehören.

Die Kickdrum gehört in den meisten Genres zu den wichtigsten Rhythmuselementen. Um eine passende Kick zu finden, geht meistens viel Zeit und Energie verloren. Man wühlt sich durch virtuelle Berge an Samples und findet dann doch einfach nicht das richtige. Mir ging es oft sogar so, dass ich nach einer langwierigen, meist erfolglosen Suche die Lust am Projekt temporär verloren habe.

Ähnliche Erlebnisse hatten wohl auch Techno-Produzent Björn Torwellen und Programmierer Peter V (aka Dawesome). Deshalb haben sie gemeinsam Tracktion Chop Suey entwickelt. Der virtuelle Kickdrum-Designer unterteilt die Bassdrum in drei Teile. Jedes Teil kann anschließend individuell geformt und mit den anderen für eine perfekte Kickdrum kombiniert werden.

Tracktion Chop Suey
Die Nutzeroberfläche von Chop Suey.

Tracktion Chop Suey Test: Erster Eindruck

Die in schwarz gehaltene Nutzeroberfläche von Tracktion Chop Suey ist übersichtlich gestaltet. Oben kann das Tempo in bpm manuell eingestellt oder mit der DAW synchronisiert werden. Ein Knopf mit der Aufschrift „Play“ spielt die Kickdrum bei Bedarf in einem four-on-the-floor-Pattern ab. Rechts oben ist eine Pegelanzeige mit Lautstärke-Fader.

Die mittig angebrachte Anzeige/Filtersektion visualisiert die drei Teile „Transient“, „Body“ und „Tail“, in die Chop Suey eine Bassdrum teilt. Neben den Wellenformen und der Länge der Sektionen werden hier auch Automationslinien für die globalen Parameter eingeblendet.

Features

  • Für Windows und Mac-OS, VST 3 & AU
  • Individuelle Bearbeitung von Transient, Body & Tail
  • Echtzeit-Anzeige
  • Parameter innerhalb von Chop Suey automatisierbar
  • Import eigener Samples
  • Große Auswahl an Presets

Globale, automatisierbare Parameter sind Pitch, Cutoff, Beef (Saturation), Reso (Resonanz), Glue (Kompression und Distortion) und Gain. Außerdem gibt es noch Punch Protect und Clip. Letzteres aktiviert das Hard Clipping. Punch Protect schützt die tiefen, punchigen Frequenzen vor Filtereinfluss. Ist dieser Modus aktiv, bleiben Frequenzen unterhalb von 150 Hz unberührt.

Zu guter Letzt bleiben noch Schiebregler für Skew und Zoom. Beide betreffen die visuelle Anzeige in der Mitte. Zudem ist neben diesen Reglern ein Auto-Knopf, der die Visualisierung der Kickdrum der Anzeigengröße anpasst.

Transient, Body & Tail

Im unteren Drittel von Tracktion Chop Suey sind die Einstellungsmöglichkeiten für die drei Sektionen Transient (gelb), Body (grün) und Tail (blau) angebracht. Jede Sektion kann individuell bearbeitet, soliert und gemutet werden. Einstellungsseitig sind vier Schiebregler für Offset, Phase, Pitch und Gain gegeben. Oben an den Modulen sind Pfeile angebracht, die auf die danebenliegenden Teile/Sektionen zeigen. Mit einem Klick auf einen Pfeil wird das geladene Preset auf die ausgewählte Sektion kopiert.

Tracktion Chop Suey Presets
Nur die Presets für Tail…

Getrennt? Oder zusammen?

Die Komponenten der oben genannten Teile können individuell zusammengestellt werden. Dafür gibt es drei Menüpunkte, die den Name der jeweiligen Sektion tragen. Sowohl für Transient und Body als auch für Tail gibt es eine Vielzahl an Presets (siehe Screenshot).

Des Weiteren gibt es im Tracktion Chop Suey Test „Basic Waves“, also zum Beispiel eine Sinus- oder Sägezahnwelle, sowie Kicks und Drumkits zu entdecken. Wenn es mal schnell gehen muss, kann man also auch eine „komplette“ Kickdrum laden und muss nicht Einzelteile zusammenfügen.

Eigene Samples laden

Wer auf der Suche nach einem geeigneten Sample doch fündig geworden ist, kann dieses via drag & drop in Chop Suey importieren. Das Sample wird ebenfalls in Transient, Body und Tail gesplittet und nur auf den Teil angewandt, auf dem man es ablegt. Will man Transient und Tail eines eigenen Samples haben, muss dieses also zweimal in Chop Suey importiert werden. Nach dem Import kann es mit den oben genannten Parametern bearbeitet werden.

>>> Gratis Samples:

SoundChills – Free Kickdrums <<<

Tracktion Chop Suey Automation
Automationen werden visuell dargestellt und lassen sich einfach einzeichnen.

Tracktion Chop Suey Test: Praxis

Tracktion Chop Suey hat einen praktischen „straight forward“-Ansatz. Dank der Farbkodierung lässt sich einfach erkennen, welche Sektion gerade bearbeitet wird. Für den Anfang habe ich einfach die entsprechenden Presets der Sektionen geladen und mich durchgeklickt, bis mir etwas gefallen hat. Es sind viele unterschiedliche Klänge vorhanden, sodass durchaus interessante, unerwartete Kicks entstehen. Doch auch wenn ich mir vorab einen Sound überlegt hatte, bin ich recht zügig an diesen herangekommen. Es macht Spaß, mit den Parametern zu experimentieren. Sehr hilfreich ist der Phase-Regler, mit dem sich Phasenprobleme im Nu beheben lassen. Auch die Möglichkeit, die Länge der einzelnen Teile anzupassen, ist super. Damit können sowohl knackige, kurze Kicks als auch gedehnte 808s kreiert werden.

Die Wellenformen der einzelnen Teile werden übrigens bei einer Veränderung von beispielsweise Pitch oder Phase in Echtzeit angezeigt.

Spielereien

Um globale Einstellungen zu automatisieren, bedarf es nur einen Klick auf die entsprechende Funktion. In der Anzeige wird folglich eine Linie dargestellt. Via Doppelklick in die Anzeige können nun einzelne Automationspunkte erstellt und verschoben werden. Somit waren Automationen von Cutoff, Reso oder Glue ein Kinderspiel.

Experimentierfreudige Fans elektronischer Bassdrums werden mit Tracktion Chop Suey sicherlich Spaß haben.

Schade ist, dass sich die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten nicht separat de-/aktivieren lassen. Vor allem für Pitch wäre eine schnelle A/B-Abhörmöglichkeit hilfreich gewesen.

Tracktion Chop Suey Meme

Die Importfunktion von Samples ist ebenfalls eine tolle Addition. So können eigene Samples individualisiert werden. Oder lassen sich einfach nur durch Tausch eines einzigen Teils feinschleifen. Im Test hat der Import und Tausch von Sektionen in Chop Suey problemlos funktioniert.

Außerdem: Wer sagt denn, dass man nur Bassdrum-Samples importieren darf…? Der Body einer Clap oder der Transient einer Hi-Hat können genauso zu spannenden Ergebnissen führen.

Fazit

Tracktion Chop Suey ist wahrlich ein Baukasten für Kickdrums. Die Flexibilität, der Import eigener Samples und die große Auswahl an Presets machen das Plug-in zu einer Spielwiese für Sounddesigner. Anfangs habe ich etwas gebraucht, um mich einzuarbeiten und die Sounds kennenzulernen. Doch recht schnell konnte ich passable Kickdrums kreieren und im Vergleich zur manuellen Sample-Suche auch Zeit sparen.

Experimentierfreudige Fans elektronischer Bassdrums werden mit Tracktion Chop Suey sicherlich Spaß haben. Doch auch Einsteiger, die Kickdrums erforschen und deren Komponenten kennenlernen wollen, können zu dem Kickdrum-Designer greifen.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 89 USD
Weitere Infos: Tracktion Chop Suey

Pros:

  • Handhabung
  • Import eigener Samples
  • Presets für Einzelteile & komplette Kickdrums

Cons:

  • Kein Bypass für Einstellungen

Fotos: Hersteller/Eigene

Tracktion Chop Suey: Perfekte Kickdrums – geschnitten, nicht gelayert

Schwammige und schwache Kickdrums gehören der Vergangenheit an: Tracktion Chop Suey ist ein Kickdrum-Plug-in, das chirurgische Eingriffsmöglichkeiten zum Gestalten eigener Kicks bietet.

Entwickelt wurde Tracktion Chop Suey von Programmierer Peter V (aka Dawesome) und Techno-Produzent Björn Torwellen. Das Resultat ist ein Plug-in, das eine Kickdrum in drei Teile trennt, die wiederum individuell bearbeitet werden können. Somit ist es möglich, Transient, Body und Tail spezifisch zu justieren, ohne die anderen „Teile“ beziehungsweise Frequenzbereiche in Mitleidenschaft zu ziehen.

Die einzelnen Sektionen lassen sich nicht nur in der Lautstärke individuell anpassen, sondern auch in Pitch, Offset, Gain und Phase. Neben einigen weiteren Filter-Funktionen gibt es noch einen Punch-Protect-Knopf. Ist dieser aktiv, bleiben Frequenzen unterhalb von 150 Hz vom Filter unberührt.

Tracktion Chop Suey läuft unter Windows und Mac-OS. Die Formate AU und VST 3 werden unterstützt.

Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 58 USD Einführungspreis bis 22. Mai 2022; regulär 89 USD
Weitere Infos: Tracktion Chop Suey

Foto: Hersteller