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Die Leaf Audio Microphonic Soundbox mk2 ist ein experimentelles Instrument zum Erzeugen abstrakter und texturenreicher Klänge. Was sich mit der Kreativbox anstellen lässt und für wen sie sich eignet, haben wir im Test herausgefunden.
Mit der Microphonic Soundbox mk2 präsentieren Leaf Audio einen akustischen Spielplatz in der zweiten Generation. Im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Instrumenten verfolgt das Instrument einen abstrakten Ansatz, der zu klanglichen Experimenten einlädt und als Grundlage für Sounddesigns dienen soll. Dafür ist die kompakte Box mit verschiedenen Utensilien ausgestattet, die mit externen Signale kombiniert werden können.
Was die Microphonic Soundbox mk2 zu bieten hat und ob sie sich wirklich sinnvoll fürs Sounddesign einsetzen lässt, schauen wir uns jetzt im Test an.
Leaf Audio Microphonic Soundbox mk2 Test: Übersicht
Die Microphonic Soundbox mk2 ist aus Holz gefertigt und hat die Grundmaße (B x T x H) 260 x 160 x 100 mm. Auf der abgestuften Oberseite gibt es eine angeraute Fläche (Sandpapier), eine fünfzungige Kalimba, drei verschiedene Federn sowie zwei Messingstangen.
An der linken Seite der Box gibt es noch zwei Schrauben, die eine kleine Holzplatte halten. Diese Vorrichtung ist dafür gedacht, eigene Materialien wie beispielsweise einen Draht, Gummies oder ein dünnes Blech einzuspannen. Man kann das Holzplättchen aber zum Beispiel auch als „Instrument“ nutzen und damit die genannten Utensilien spielen.
Preamps und Anschlüsse
Die Microphonic Soundbox mk2 ist mit zwei rauscharmen Vorverstärkern ausgestattet – einer pro integriertem Kontaktmikrofon. Der Gain lässt sich dementsprechend kanalunabhängig über die beiden Drehregler vorne einstellen. Wird eine externe Klangquelle über den ebenfalls vorne befindlichen Klinkeneingang zugeführt, steuert der linke Gain-Regler (Gain 1) die Verstärkung des externen Signals. Folglich wird eins der internen Kontaktmikros deaktiviert.

Auf der Rückseite gibt es dementsprechend zwei Ausgänge, ebenfalls im Klinkenformat. Hierüber können die Signale entweder als separate Monokanäle oder als Mixed Mono abgegriffen werden. Zudem finden sich daneben zwei Schiebeschalter, die für Ein/Aus und den Pegel (High/Low) zuständig sind.
Kurz & knapp
➡ Die Leaf Audio Microphonic Soundbox mk2 ist ein experimentelles Instrument für abstrakte Klangaufnahmen
➡ Für Producer und Sounddesigner
➡ Fazit: Die Leaf Audio Microphonic Soundbox mk2 überzeugt mit vielseitigen Klangmöglichkeiten, guter Klangqualität und durchdachter Ausstattung. Kritik gibt es lediglich am fehlenden optionalen Netzteilbetrieb.
Stromversorgung
Das Instrument wird via einer 9-Volt-Batterie mit Strom versorgt. Das Batteriefach befindet sich auf der Unterseite. Es gibt keinen Barrel-Connector, daher ist auch keine optionale Stromversorgung über ein Netzteil oder USB-C möglich.
Optionales Zubehör

Es gibt eine Auswahl an optionalem Zubehör, die den Umfang der Microphonic Soundbox mk2 erweitern. Dazu zählen zwei Add-on Packs, die unter anderem Federn, eine Bürste und Metallkugeln beinhalten. Dann gibt es noch die Eggslicer Harp – eine Miniharfe, die an eine Seite der Microphonic Soundbox mk2 montiert werden kann – und ein Violinbogen-Pack, der einen Bogen zum Spielen der Metallstäbe enthält.
Eine Übersicht des gesamten optionalen Zubehörs gibt’s auf exploding-shed.com
Leaf Audio Microphonic Soundbox mk2 Test: Praxis
Die Microphonic Soundbox mk2 wird fast einsatzbereit geliefert. Für den Versand werden die Messingstangen separat beigelegt. Sie müssen vor der ersten Inbetriebnahme einfach in die dafür vorbereiteten Löcher gesteckt werden. Die Zungen der Kalimba sind ab Werk vollständig eingeschoben, lassen sich aber recht einfach herausziehen. Markierungen erleichtern das Stimmen der Zungen. Dann muss nur noch eine 9-Volt-Batterie eingelegt werden (nicht im Lieferumfang enthalten) und es kann losgehen.
Die Handhabung ist denkbar einfach. Die DIY-Optik gefällt mir gut und das Instrument macht einen soliden und nachhaltigen Eindruck. In das Holz sind Beschriftungen für die Ein- und Ausgänge, Gain-Regler und Schalter eingraviert, sodass es auch hier zu keinerlei Verwirrung kommt.
Da es sich bei der Leaf Audio Microphonic Soundbox mk2 um ein ungewöhnliches Instrument handelt, gliedere ich den Test in zwei Kategorien: Kreativmöglichkeiten und Klangqualität. Schauen wir uns also erst mal an, welche Sounds sich aus der Box herauskitzeln lassen.

Kratzen, Zupfen, Klopfen
Das einzige melodische beziehungsweise tonale Utensil ist die Kalimba. Sie liefert den typischen leicht metallischen und hohlen Klang, der in Richtung eines Windspiels geht – schmeichelhaft für die Ohren. Die Stärke der Zungen ist sowohl bezüglich Klangfarbe als auch Spielbarkeit gut gewählt, daran gibt es nichts zu meckern.
Spannend und experimentell wird es bei den anderen Tools: dem Sandpapier, den Federn und den Stäben. Hier kann man der Kreativität freien Lauf lassen und mit verschiedenen Materialien klopfen, streichen, zupfen, kratzen und was einem sonst noch in den Sinn kommt. Ich habe beispielsweise ein Kunststofflineal, Schrauben, das links angebrachte Holzplättchen, verschiedene Stifte und andere Utensilien benutzt, um die verschiedenen „Instrumente“ zu bespielen. Und das macht auch großen Spaß! Es lassen sich allerhand Texturen und unvorhergesehene Geräusche produzieren, die vielseitiges Ausgangsmaterial für ein anschließendes Sounddesign bieten.
Features
- 5 bespielbare Sektionen, erweiterbar durch optionale Add-on Packs
- 2 interne Kontaktmikrofone als Pick-ups
- 2 interne rauscharme Preamps mit individuellen Gain-Reglern
- Externer Eingang im Klinkenformat
- 2 Ausgänge (Mono/Mixed Mono)
- Batteriebetrieben (9 V)
- Holzchassis
- Maße (B x T x H): 260 x 160 x 100 mm
- Gewicht: 770 g
Erweitert werden diese Möglichkeiten durch die Spannvorrichtung links. Hier habe ich unter anderem Drähte und Gummibänder zwischen die beiden Schrauben gespannt sowie dünne Metalle und Kunststoffe mit Hilfe des Holzplättchens zwischen dieses und die Microphonic Soundbox mk2 geklemmt. Keine Frage, wer gerne experimentiert, kommt hier voll auf seine Kosten!
An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich auf der gesamten linken Seite sowie unter der Kalimba, die abnehmbar ist, M3-Gewindestreifen befinden. Im Prinzip lassen sich anhand handelsüblicher M3-Schrauben oder den Thumbscrew-Sets des Herstellers beliebige Dinge an der Kreativbox montieren.

Unbegrenzte Möglichkeiten mit der Leaf Audio Microphonic Soundbox mk2
Durch den separaten Eingang hat man außerdem die Möglichkeit, ein externes (Kontakt)Mikrofon anzuschließen. Ich habe dafür das Kontaktmikro von Leaf Audio (Test folgt) verwendet.
Selbsterklärend, dass dadurch quasi alles erdenkliche an Klangaufnahmen möglich ist. Die Microphonic Soundbox mk2 durch den externen Eingang als offenes Instrument zu konzipieren, ist ein großer Pluspunkt!
Man bekommt hier auf jeden Fall tolles Ausgangsmaterial, um anschließend Sounds anhand von Granularsynthesizern wie Baby Audio Grainferno, Multi-Effekten wie Love 2 von Dawesome, oder kreativen Filtern wie Filterverse von Polyverse zu formen. Von Texturen über Bässe und Pads bis hin zu Leads und cineastischen Klanglandschaften ist alles drin, was die eigene Kreativität hergibt.
Audiobeispiele
Die beiden Monokanäle sind hart links/rechts gepannt.

Klangqualität und Vorverstärker
Die Microphonic Soundbox mk2 sorgt nicht nur für Spielspaß, sondern klingt auch fantastisch. Die internen Kontaktmikrofone bilden das Frequenzspektrum bis in die unteren Mitten sehr gut ab. Höhen bleiben erhalten, ohne schrill oder dumpf zu wirken. Der Klang ist im Allgemeinen rund und, wie man das für Kontaktmikrofone erwarten darf, sehr knackig und detailreich. Beim Schaben über eine Feder beispielsweise kamen die einzelnen „Sprünge“ zwischen den Windungen im Test gut zur Geltung.
Dass Höhen und Tiefen nicht in vollem Umfang erfasst werden, ist bauartbedingt und daher auch nicht als Kritikpunkt zu werten.
Die internen Vorverstärker sind ebenfalls von sehr guter Qualität. Selbst bei maximaler Verstärkung von etwa 40 dB ist nur ein leichtes Rauschen auf den Aufnahmen zu hören, das sich in der Post-Produktion problemlos eliminieren ließ.
Worauf man allerdings achten muss, sind die Resonanzen der Federn. Diese Schwingen oftmals beim Bespielen der anderen Utensilien mit. Manchmal verleiht dies dem Klang eine gewisse Charakteristik. Andere Male empfand ich es als störend. Die Federn lassen sich aber zum Glück leicht abnehmen, sodass man diese Problematik gegebenenfalls einfach lösen kann.
Die Batterie versorgt das Instrument lange mit Strom. Wie lange genau, vermag ich nicht zu sagen. Im Test lief das Gerät aber mehrere Stunden und die Batterie musste nie gewechselt werden. Nichtsdestotrotz wäre ein optionaler Betrieb via Netzteil wünschenswert. Der Hersteller begründet den reinen Batteriebetrieb damit, dass das die sauberste Stromquelle mit den geringsten Nebengeräuschen/Einstreuungen ist. Verifizieren konnte ich diese Aussage im Test nicht, da mir keine ähnlichen Geräte mit Netzteil oder Akku als Stromversorgung zur Verfügung standen.

Leaf Audio Microphonic Soundbox mk2 Test: Fazit
Mit der Microphonic Soundbox mk2 präsentieren Leaf Audio ein Instrument, das zum Experimentieren einlädt und in neue klangliche Sphären entführt. Dass das nicht für jeden ist, steht außer Frage. Wer aber gewillt ist, neues auszuprobieren und sich einfach treiben zu lassen, bekommt eine spannende Spielwiese klanglicher Möglichkeiten, die ungewöhnliche und einzigartige Sounds zutage bringt. Durch die Bearbeitung durch Effekte oder Granularsynthese lassen sich faszinierende Klänge designen, die individuelle Strukturen und Charakteristiken bergen.
Im Test hat die Leaf Audio Microphonic Soundbox mk2 einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Es macht Spaß, damit zu experimentieren. Klanglich und funktionsseitig gibt es nichts zu meckern. Die internen Kontaktmikros und Verstärker klingen sauber. Letztere rauschen selbst bei maximalem Gain nur minimal. Der externe Klinkeneingang ist eine lobenswerte Addition, die das System weiteren klanglichen Möglichkeiten öffnet. Bis auf den Wunsch eines optionalen Betriebs via Netzteil gibt es an der Microphonic Soundbox mk2 nichts zu meckern.
Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 259 Euro
Weitere Infos: Leaf Audio | Exploding Shed
Fotos: Hersteller, eigene
