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Excite Audio Evolve Nest Acoustics ist ein Quad-Engine-Synthesizer, der Foley und Field Recordings in musikalische Sounds transformiert. Dafür stehen diverse Effekte und Modulatoren zur Verfügung, die in Kombination mit dem X/Y-Pad kreativ eingesetzt werden können. Was sich daraus zaubern lässt, haben wir im Test ausprobiert.
Nest Acoustics ist das neueste Mitglied der Evolve-Produktserie von Excite Audio. Die Sample-basierten Instrumente dieser Reihe stehen im Zeichen abstrakter Sounds; Evolve Velvet basiert beispielsweise auf Röhren-Sounds, Evolve Alloy auf metallischen Klängen.
Nest Acoustics widmet sich der Botanik und kommt in der Vollversion mit 250 Foley Samples und Field Recordings. Diese hat der Entwickler zu Bässen, Leads, FX und weiteren Klangquellen geformt, die in 250 Presets zur Auswahl stehen.
Ob sich die Sounds für Musikproduktionen eignen und was sich mit der Quad-Engine und den Modulatoren anstellen lässt, haben wir im Test der Vollversion (v1.0) von Nest Acoustics auf die Probe gestellt.
Wie üblich gibt es auch eine Lite-Version mit abgespeckten Features und Inhalten. Einen Vergleich findest du weiter unten.

Excite Audio Evolve Nest Acoustics Test: Übersicht
Die Struktur der Nutzeroberfläche von Nest Acoustics folgt dem üblichen Aufbau der Serie: Ein zentrales umschaltbares X/Y-Pad für das Morphing zwischen Klangquellen und Effekten wird von den vier Sample-Engines umgeben. Jede Engine bietet Einstellungsmöglichkeiten für Pitch, Tone, Panning, Velocity-Empfindlichkeit und Lautstärke. Außerdem lassen sich hier natürlich Samples laden, eigene importieren und die Abspielrichtung (vorwärts, rückwärts, Loop) festlegen.

Die Sample-Engines können auch als Synth verwendet werden. Dann stehen fünf Wellenformen zur Auswahl, zwischen denen sich ebenfalls stufenlos morphen lässt. Neben Unisono sind die verbleibenden Parameter mit denen des Sample-Players identisch.
Darüber hinaus sind auch wieder vier Macro-Effekte an Bord. Holo sorgt für Resonanzen und Färbung, ähnlich einem stillstehenden, verwaschenen Flanger. Crust ist eine Art Distortion für Crunch und Textur. Breeze basiert auf einem resonanzfreien Phaser, der die Bewegung von Wind nachahmt. Und Erode ist wie ein Vintage-Effekt, der Pitch und Frequenzgang einschränkt.
Kurz & knapp
➡ Excite Audio Evolve Nest Acoustics ist ein virtuelles Instrument mit vier Sample-Engines/Synths, Modulationssystem und einer Datenbank an Foley Sounds und Field Recordings
➡ Für Producer und Sounddesigner
➡ Fazit: Evolve Nest Acoustics bietet für knapp 60 Euro eine große Funktionsvielfalt und hochwertige Sounds, deren Texturen und Nuancen unter anderem in Pads, Leads und Bässen geformt wurden. Gelegentliche hohe CPU-Spikes können das Plug-in zum Absturz bringen.
Editing und Modulation
Über den Edit-Knopf blendet Nest Acoustics zwei zusätzliche Sektionen für Effekte und Modulationen ein. Die Effektsektion besitzt insgesamt fünf Slots. Davon bietet der erste zwei Filter, die individuell den vier Klangquellen sowie sich gegenseitig zugewiesen werden können. Alle weiteren Prozessoren arbeiten global. Der letzte Slot ist ein Limiter. Die drei Slots dazwischen lassen sich frei mit einem der 16 Effekte belegen. Dazu zählen Delay, Kompressor, Bitcrusher, Speaker, Auto-Wah und Transient.
Features
- 4 Klangquellen (Sample/Synth)
- X/Y-Pad für Morphing von Sounds und Effekten
- 250 Samples und Presets
- Import eigener Samples
- Zufallsgenerator für Sounds, Parameter und Effekte
- 4 Macro-Effekte
- 16 Effekte
- 12 Modulationsquellen
- Für Windows und Mac-OS; VST, VST 3, AAX & Standalone
Als Modulatoren stehen Velocity, Keytrack, vier Amp-Hüllkurven sowie jeweils zwei LFOs und Mod-Hüllkurven zur Verfügung. Hinzu kommen die X- und Y-Achsen des X/Y-Pads. Die Verknüpfung zwischen Modulationsquelle und –ziel gelingt ganz einfach via drag-and-drop. Über eine Modulationsmatrix lassen sich zudem Einstellungen wie Verlaufskurve, Amount und Polarität definieren.

Excite Audio Evolve Nest Acoustics Test: Praxis
Zu Beginn des Tests habe ich mich durch die verschiedenen Presets durchgehört. Die sieben Kategorien bergen Sounds für Bässe, Effekte, Keys, Lead, Pad, Pluck und Synth. Dabei fiel schnell auf, dass Nest Acoustics einen sehr auffälligen, eigenen Klangcharakter hat. Die Sounds klingen oft sehr melancholisch und „larger than life“, was meinen persönlichen Geschmack trifft. Dementsprechend würde ich den Einsatz des Plug-ins auch für Genres mit diesen Vibes, etwa Lo-Fi-, Hardwave- und gefühlvollen Pop, sehen.
Wie zu erwarten gibt’s an der Klangqualität der Samples sowie der der Effekte nichts zu meckern. Toll finde ich auch, dass eigene Samples importiert und mit den Factory-Sounds kombiniert werden können. Da ich ein großer Fan von Field Recordings bin und gerne damit experimentiere, trifft der Hersteller auch damit bei mir voll ins Schwarze. Natürlich lassen sich aber auch andere Sounds, zum Beispiel zwei Drum-Loops, importieren und kreativ verschmelzen.

Die Handhabung von Nest Acoustics ist intuitiv gelöst. Mit wenigen Handgriffen nimmt man Anpassungen vor, fährt (Macro)Effekte hinzu oder klickt sich durch die verschiedenen Klangquellen. Sehr cool ist das X/Y-Pad, über das man verschiedene Klang- und Effektkombinationen ausprobieren und natürlich auch in Kombination mit den Modulatoren interessante Sounds designen kann – die X- und Y-Achsen lassen sich nämlich unabhängig voneinander modulieren.
Was im Excite Audio Evolve Nest Acoustics Test negativ aufgefallen ist, waren die hohen CPU-Spikes beim Preset-Wechsel. Diese kamen gelegentlich beim Abrufen von Presets mit vielen Modulationen vor, was in FL Studio zu einer Komplettauslastung und Abstürzen einherging. Hoffentlich bessert der Hersteller hier zeitnah nach.
Ebenfalls wären ein paar zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten der Sample-Player nett gewesen, zum Beispiel das freie Festlegen eines Sample-Starts. Hier hätte man sich von den Produkten der Bloom-Serie inspirieren lassen können.

Sounddesign mit Modulatoren
Wie bereits erwähnt ist auch das Einstellen und Zuweisen der Modulationsquellen intuitiv gelöst. Für ein virtuelles Instrument dieser Preisklasse bietet Nest Acoustics eine absolut zufriedenstellende Auswahl an Modulatoren. Via drag-and-drop und der Matrix lassen sich im Nu kreative Effekte und Verläufe erstellen.
Im Test hat mir das vor allem für Bässe, Soundeffekte und Pads großen Spaß gemacht. Es lassen sich wunderbar ausladende Klanglandschaften kreieren, die ich mir auch gut im Kontext cineastischer Produktionen vorstellen kann. Aber auch kurze, knackige Texturen und Effekte haben mir sehr gut gefallen.

Excite Audio Evolve Nest Acoustics Test: Fazit
Nest Acoustics führt die Evolve-Serie von Excite Audio würdig fort und konnte im Test mit interessanten Field Recordings und Foleys überzeugen, die sich durch den Import eigener Sounds ergänzen lassen. Das Plug-in ist intuitiv und übersichtlich konzipiert, liefert hochqualitative Samples und Effekte und bietet anhand der zwölf Modulationsquellen genügend Spielraum für Sounddesign und Klangexperimente.
Der Funktionsumfang ist für den regulären Preis von knapp 60 Euro wirklich umfangreich und absolut zufriedenstellend. Daher ist der springende Punkt eher der Klangcharakter von Nest Acoustics, der ins melancholische, gefühlvolle und traurige geht – das ist nicht jedermanns Sache und sicherlich für klassische Dance-Hits und dergleichen nicht geeignet. Wer aber Ambient, Hardwave, emotionalen Pop oder ähnliches produziert, findet hier spannende und ungewöhnliche Sounds.
Größtes Manko der getesteten Version 1 sind die gelegentlichen CPU-Spikes, die für Abstürze und Frustration sorgen können. Hier bessert der Hersteller hoffentlich beim nächsten Update nach. Ansonsten wären nur ein paar zusätzliche Anpassungsmöglichkeiten der Sample-Engines erfreulich – etwa das freie Definieren eines Startpunkts.
Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): (Evolve Nest Acoustics Lite) 18,84 Euro Einführungspreis bis 30. Juni 2026; regulär 28,76 Euro, (Evolve Nest Acoustics) 38,68 Euro Einführungspreis bis 30. Juni 2026; regulär 58,51 Euro
Weitere Infos: Excite Audio | Evolve Nest Acoustics @ Plugin Boutique*
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Fotos: Screenshots, Hersteller
