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Parallel Minds Reverie ist eine Standalone-App, die Loops automatisch in ausladende Klanglandschaften verwandelt – gleichzeitig aber Spielraum für eigenes Sounddesign lässt. Wie gut das funktioniert und ob sich die Anschaffung lohnt, verrät dir der Test.
Die französische Software-Schmiede Parallel Minds gibt mit Reverie ihr Debüt in der Audiobranche. Das Indie-Game-Studio präsentiert damit eine dedizierte Standalone-App, die aus Loops Ambiences und Klanglandschaften für Musikproduktion, Game Audio und Sounddesign erzeugt – und zwar ganz ohne KI.
Für die Klangerzeugung stehen verschiedene Presets und Styles zur Auswahl, die sich einem beliebigen Quellsignal „überstülpen“ lassen. Ein Custom-Modus erlaubt aber auch eigene Effektketten, die nach Belieben konfiguriert werden können.
Reverie gibt es sowohl als kostenlose Version mit eingeschränktem Funktionsumfang sowie als kostenpflichtige Vollversion für 29 Euro. Ich durfte Letztere in der Version 1.13 testen und verrate dir, ob sich die Anschaffung lohnt.

Parallel Minds Reverie Test: Übersicht
Die Nutzeroberfläche von Reverie ist in drei Sektionen gegliedert. Auf der linken Seite gibt es ein Feld zum Importieren von Audiodateien. Unterstützt werden alle gängigen Formate, beispielsweise Wav, Mp3 und Flac. Nach dem Import wird die Datei visuell dargestellt und kann abgespielt werden.
Unterhalb der Import-Sektion ist der Ausgabebereich. Generierte Audios werden hier dargestellt und lassen sich abspielen und speichern. Außerdem gibt es einen Knopf, um den Seed (zugrunde liegende Generierungsparameter) wiederzuverwenden.
Kurz & knapp
➡ Parallel Minds Reverie ist eine Standalone-App zum Generieren von Ambiences und Klanglandschaften
➡ Für Producer & Sounddesigner
➡ Fazit: Parallel Minds Reverie ist eine Standalone-App zur Erstellung von Drones und Soundscapes. Vorkonfigurierte Styles und Presets werden von einem Custom-Modus für eigene Kreativmöglichkeiten ergänzt. Trotz fehlendem Live-Preview und teils monotoner Ergebnisse ist das Tool ein nützlicher und zeitsparender Helfer.
Nachdem eine Audiodatei importiert wurde, erscheint auf der rechten Seite eine Auswahl an Presets, Styles und eigenen Presets. Zur Auswahl stehen 18 Presets und 20 Styles. Deren Klangcharakter wird durch individuelle Konfigurationen der 37 integrierten DSP-Effekten definiert.
Nach der Auswahl eines Presets oder Styles zeigt das Tool die Effekte an, die dafür zum Einsatz kommen. Außerdem werden die vier Macro-Einstellungen Variation, Brightness, Stretch und Duration eingeblendet, anhand derer grundlegende Vorgaben definiert werden können.

Custom-Modus
Reverie bietet einen Custom-Modus, der alle Effektprozessoren für individuelle Signalketten zur Verfügung stellt. Die Module lassen sich nach Belieben kombinieren. Jeder Prozessor bietet Zugriff auf effektspezifische Parameter.
Zur Auswahl stehen unter anderem Filter, 4-Band-Equalizer, Kompressor, Reverb, Chorus, Micro Drift, Resonator, Saturation, Stutter und Spectral Morph. Eine Übersicht aller Presets, Styles und Effektmodule findest du auf der Produktseite.

Parallel Minds Reverie Test: Praxis
Aufgrund der überschaubaren Anzahl an Funktionen und der einfach gehaltenen Nutzeroberfläche ist die Handhabung von Reverie selbsterklärend. Der Import von Samples via drag & drop (beziehungsweise aus meinem Sample Finder, Waves Cosmos*) funktionierte im Test problemlos. Dank der Kurzbeschreibungen von Styles und Presets bekommt man einen groben Eindruck davon, wie das Resultat klingen wird – und das ist auch wichtig, denn leider ist kein Live-Preview möglich.
Um also ein Preset oder einen Style auf einem geladenen Loop auszuprobieren, muss ein Rendering stattfinden. Wenngleich das im Test trotz umfangreicher Effektketten meist innerhalb von 20 bis 30 Sekunden geschah, bremst das den Workflow. Denn selbst kleine Parameteranpassungen der Macros müssen jedes Mal aufs Neue generiert werden.
Features
- Erstellung von bis zu 30-minütigen Klanglandschaften/Ambiences/Drones auf Basis melodischer Loops
- 18 Presets, 20 Styles
- Custom-Modus mit frei kombinierbaren 37 Effektmodulen
- Speichern eigener Presets und Kopieren von Seeds
- Zufallsgenerator
- Kostenlose Version verfügbar
- Standalone-App für Windows, Linux und Mac-OS
Von dieser Einschränkung abgesehen kann man aber mit Reverie sehr schnell bis zu 30 minütige Ambiences aus Loops generieren. Das Tool nutzt dafür vor allem Stretching, das auf dem beliebten basiert auf dem Paulstretch-Algorithmus basiert und auch artefaktfrei umgesetzt wird. Über die Macros lassen sich auch grundlegende Klangdefinitionen vornehmen, die für diese Anwendungszwecke in Ordnung gehen. Allerdings würde ich mir mehr Variationen wünschen. Denn obwohl ich dieses Parameter/Macro oft auf der höchsten Einstellung hatte, waren die Ambiences über längere Passagen recht monoton.
Am besten hat Reverie im Test mit melodischen Loops wie Keys und Gitarren funktioniert. Daraus ließen sich tatsächlich ohne großen Aufwand schnell diverse Versionen von Ambiences generieren, die sich für insbesondere epische Musik oder Filmkompositionen gut eignen.
Audiobeispiele
Individuelle Effektkombinationen
Gerade für Sounddesigner ist der Custom-Modus von Reverie spannend. Hier lassen sich schnell individuelle Effektketten basteln und einstellen. Als Basis kann zwischen Dreamtime und Spectral Freeze gewählt werden. Beide stellen dieselben Prozessoren zur Auswahl, ersteres setzt allerdings auf extremes Time-Stretching, während Spectral Freeze auf die Kreation von Drones spezialisiert ist.
Die Effektmodule klingen alle gut und bieten eine zufriedenstellende Auswahl an Parametern. Auch hier kommt natürlich zum Tragen, dass kein Live-Preview möglich ist und jedes Mal gerendert werden muss. Und die Module lassen sich nur innerhalb ihrer Sektion, also zum Beispiel Color und Shape, frei anordnen, aber nicht global. Für ein Tool dieser Preisklasse ist das jedoch verschmerzbar.
Da man im Custom-Modus gezielter eingreifen kann, lässt sich der Klang selbstverständlich besser kontrollieren. Natürlich gehört auch etwas Glück dazu, aber ich konnte im Test durchaus coole Sounds generieren, die auch mal in Richtung Sci-Fi gingen und abgespact klangen. Außerdem hatte ich auch das Gefühl, wesentlich mehr Variationen als bei den Presets/Styles zu bekommen und dementsprechend interessantere Resultate zu erzielen. Die Custom-Sektion ist für mich klar der Teil des Produkts, der den Preis rechtfertigt und es zu einem nützlichen Helfer macht.

Parallel Minds Reverie Test: Fazit
Parallel Minds Reverie ist eine generative Standalone-App, die auf Drones, Klanglandschaften und Ambiences spezialisiert ist und erfrischenderweise auf den Einsatz von KI verzichtet. Die Presets und Styles basieren auf individuell vorkonfigurierten Effektketten und bieten eine nette Auswahl verschiedener Klangcharaktere. Dank der Implementierung eines Stretch-Algorithmus verwandelt das Tool auch kurze Loops in bis zu 30-minütige Soundscapes, die sich vor allem für cineastische Produktionen und Filmmusik eignen. Als Basis eignen sich am besten Gitarren oder Keys, die im Custom-Modus und der beachtlichen Auswahl von 37 Effektmodulen individuell manipuliert werden können – optimal für Sounddesigner.
Schade nur, dass es insbesondere bei den Ergebnissen der Presets und Styles oft an Variation mangelt, sodass die Sounds manchmal etwas monoton klingen. Und leider zeigt sich dies auch erst nachdem generieren eines Sounds, denn ein Live-Preview ist nicht möglich.
Für den regulären Preis von 29 Euro bekommt man mit Reverie aber ein nützliches Tool, das für Inspiration sorgt und den Prozess der Erstellung von Soundscapes deutlich vereinfacht.
Verfügbar ab: sofort
Preis (UVP): 19 Euro Einführungspreis; regulär 29 Euro
Weitere Infos: Parallel Minds
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Fotos: Hersteller, eigene
