U-he & Bitwig CLAP: Plug-in-Standard der Zukunft

Die beiden Software-Schmieden U-he und Bitwig haben gemeinsam ein neues Plug-in-Format namens CLAP entwickelt. Neben einer besseren Nutzung von Computer-Ressourcen soll CLAP auch neue Wege der Musikproduktion eröffnen.

U-he und Bitwig CLAP ist ein neues Plug-in-Format. CLAP steht für Clever Audio Plug-in API. Das neue Format ist multi-thread-fähig und erlaubt Host-Applikationen, etwa einer DAW, CPU-threading zu managen. Die benötigte Rechenleistung von Plug-ins, die Multicore-Unterstützung bieten, wird via eines sogenannten Thread-Pools verteilt. Laut den Entwicklern wird dadurch die Performance enorm verbessert.

CLAP-Hosts können zudem Metadaten auslesen. Plug-ins können somit einfacher sortiert werden. Informationen werden schneller abgerufen. Zeitraubende Initialisierungsprozesse von Plug-ins gehören damit der Vergangenheit an.

Momentan arbeiten U-he und Bitwig für CLAP an einer Erweiterung, die dem Host sagt, welche Dateien für eine reibungslose Wiedergabe benötigt werden. Der Host kann dadurch beispielsweise Wavetables, die im Projekt verwendet werden, konsolidieren. Damit soll garantiert werden, dass die Audiowiedergabe bei einem Transfer auf ein anderes System trotzdem vollständig gewährleistet ist – auch wenn dort die Samples/Plug-ins nicht vorhanden sind.

Als weiteres Highlight von CLAP werden bessere Modulationsmöglichkeiten genannt. Automationen und Modulationen pro Note (per-note) werden mit den neuen MIDI-2.0-Spezifikationen unterstützt. Zudem erlaubt CLAPs Parameter-Modulationskonzept temporäre Parameter Offsets. Nach temporären Änderungen springen die Parameter wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurück.

So spannend CLAP auch ist, es wird sich nicht durchsetzen können, wenn bereits rennomierte Software-Entwickler das Format nicht unterstützen. Doch darum scheint man sich keine Sorgen machen zu brauchen. Die Liste der Interessenten ist schon ziemlich lange. Zu den Interessenten zählen Arturia, Cableguys, Cockos, Image-Line, Xfer Records und Presonus. Und, festhalten, Avid!

U-he und Bitwig CLAP ist Open Source und somit für jeden frei zugänglich. Neben den hauseigenen Programmen von Bitwig und U-he nutzen auch andere CLAP bereits. Welche das sind und wie man sie ausprobieren kann, steht auf der Website.

Weitere Infos: U-he

Foto: Hersteller/Screenshot

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